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Die ehemalige Gaststätte Schabernack: Auf dem Grundstück an der Margaretenstraße wünscht sich der Geminderat wieder ein Langhaus.

Schabernack-Grundstück

Mehr Baurecht nur für Gegenleistungen

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Die Gemeinde Krailling will ihren Ortscharakter bewahren. Zwar ist sie bereit dem Eigentümer des Schabernack-Grundstücks mehr Baurecht einzuräumen - aber nur für Gegenleistungen.

Krailling – Erika Harder blutet noch immer das Herz, wenn sie an das Schabernack denkt. Die SPD-Gemeinderätin wohnt in unmittelbarer Nachbarschaft der ehemaligen Kraillinger Traditionsgaststätte. Im Sommer 2015 wurde diese abgerissen, seither klafft eine hässliche Baulücke an der Margaretenstraße. Eine Gaststätte wird es dort wohl nicht mehr geben, auch wenn sich Bürgermeisterin Christine Borst dies durchaus vorstellen könnte, wie sie am Dienstag im Gemeinderat bekundete. Doch zumindest will man beim Neubau den Ortscharakter bewahren und hat deshalb ein Büro mit einer städtebaulichen Untersuchung beauftragt.

Die Ortsplaner empfehlen an dieser Stelle wieder ein ländlich geprägtes Langhaus mit einer ruhigen Fassade und Dachform zu errichten. Eine Struktur, die es in der Margaretenstraße mehrfach gibt, wie Dinah Mirbeth vom Büro „Stadt Raum Planung“ ausführte, etwa beim Alten Rathaus oder dem Gasthof Alter Wirt. Für ein Langhaus müsste man dem Eigentümer allerdings mehr Baurecht einräumen. Laut Bebauungsplan ist eine Baudichte mit einer Geschossflächenzahl (Gfz) von 0,35 erlaubt, sodass dort allenfalls zwei Einfamilienhäusern entstehen könnten. Der Eigentümer hatte den Bau von zwei Mehrfamilienhäusern oder einen rund 38 Meter langen Gebäuderiegel vorgeschlagen, beide mit einer Gfz von 0,6. Die Entwürfe hatten seinerzeit die Gemeinderäte enttäuscht (wir berichteten).

Erika Harder wiederholte am Dienstag ihren Vorwurf, der Eigentümer habe seine Zusage, ein in der Bauform ähnliches Gebäude zu erstellen, bislang nicht eingehalten. Sie riet deshalb vehement von einer Änderung des Bebaungsplans ab, ehe man die genaue Planung kenne. Das sah Dietlind Freyer-Zacherl (FBK) ebenso: „Wir müssen wissen, was für ein Gebäude der Eigentümer da hinsetzt.“

Für ein Langhaus sprach sich aber die Mehrheit des Gemeinderats aus. „Das ist absolut zu favorisieren“, sagte Hans Wechner (CSU). Sollte die Baudichte erhöht werden, will die Gemeinde in jedem Fall davon profitieren – etwa um über einen städtebaulichen Vertrag günstigen Wohnraum zu schaffen. Rund 50 Prozent der Baurechtsmehrung könne die Gemeinde einfordern, sagte Bauamtsleiter Helmut Mayer. Mit dem Eigentümer will man jetzt Verhandlungen aufnehmen.

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