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Der Parkplatz, den die Gemeinde Krail ling für KIM-Mitarbeiter gemietet hat, muss nun ebenfalls geräumt werden.

Mitarbeiter-Parkplatz muss weg

Autos im Tanklager: Kraillings Eigentor

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Die abgestellten Audi im Kreuzlinger Forst könnten ungeahnt weitreichende Konsequenzen für Krailling haben. Das Vorgehen der Gemeinde wirkt wie ein klassisches Eigentor.

Krailling Das Kraillinger Tanklager ist festlich geschmückt. Der neue Geschäftsführer der „Krailling Oils Development“ (KOD), Markus Neubauer, will auf dem Areal für Ordnung sorgen. Er will die Technik auf Vordermann bringen, den Wald wieder aufforsten, einen wirtschaftlich gesunden Betrieb aus dem Tanklager machen, und er will es auch optisch aufwerten. Im Verwaltungsgebäude stehen ein Adventskranz und eine Krippe, vor dem Gebäude wurde ein beleuchteter Tannenbaum aufgestellt, und das Waaghäusl ist mit einer Lichtergirlande auf Advent getrimmt worden.

Doch die gute Stimmung scheint getrübt, was den Kontakt zur Gemeinde Krailling betrifft. Der Grund: Rund 2000 Fahrzeuge der Marke Audi, die auf dem Gelände zwischengeparkt wurden. Die Gemeinde fand das unerhört, rief das Landratsamt Starnberg auf den Plan – und schoss damit ein Eigentor. Schließlich hatte sie doch selbst eine Fläche des Tanklagers angemietet, um den Gewerbetreibenden in der KIM Stellplätze zur Verfügung zu stellen. Nach der Beseitigungsanordnung, die die KOD wegen der Audi bekam, teilte das Landratsamt der Gemeinde jetzt mit: „Der Parkplatz muss auch weg“, so Landratsamtsprecher Stefan Diebl. Am 21. Dezember soll der letzte Audi das Gelände verlassen haben, einige Hundert sind aktuell noch dort geparkt. Wann der Parkplatz der KIM geräumt wird, ist ungewiss. Schließlich hat die Gemeinde der KOD bislang nicht gekündigt.

Die Nachwirkungen der Audi machen sich künftig aber nicht nur in einer angespannten Parkplatzsituation in der KIM bemerkbar. Die Autos könnten auch dazu führen, dass das Tanklager in einem Notfall nicht ganz so gut da steht, wie Neubauer es gerne möchte. Das Tanklager will autark werden – und das für einen größtmöglichen Zeitraum. Käme es zu einem Supergau, gäbe es also beispielsweise über einen längeren Zeitraum hinweg keinen Strom, gäbe es auch keinen Sprit mehr an den Tankstellen. Für Feuerwehren, Polizei und Krankenwagen bräuchte es dann eine Lösung. Das Tanklager hätte diese. Es verfüge über ein Notstromdieselaggregat. Damit könne die Anlage im Tanklager auch in einer Notlage gefahren werden. „Wir wollen 70 Tage Sprit dafür einlagern“, sagt Breitsameter. Um selbst im Notfall möglichst stromsparend agieren zu können, sei es sinnvoll, den Server für die Steuerung der Anlage in der Nähe des Diesels unterzubringen und nicht im weiter entfernten Verwaltungsgebäude.

Doch daraus wird jetzt wohl erstmal nichts. Wie berichtet, dienten die Audi laut Bürgermeisterin Christine Borst nämlich als Begründung für die Einleitung der Untersuchung für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme, die der Gemeinderat am Dienstag, 27. November, beschloss. Damit darf ein Jahr lang auf dem Gelände nichts verändert werden. Was danach geschieht, ist offen.

Jetzt stellt sich die Frage, was aus dem Antrag wird, den die KOD bereits vor zwei Monaten im Bauamt eingereicht haben will, um einen bestehenden Lagerraum in den nötigen Serverraum umzuwandeln. Bernhard Breitsameter, der für die Kartierung des Tanklager-Geländes zuständig ist, sagt, ihm sei damals im Rathaus mündlich eine schnelle Entscheidung zugesichert worden. Bis heute habe er aber keine schriftliche Antwort auf den Antrag erhalten. Jetzt ist er überrascht über den Beschluss der Gemeinde, dass auf dem Areal erstmal nichts mehr geändert werden darf. „Wir wollten in den nationalen Notfallplan aufgenommen werden“, sagt er bedauernd. Dass die Audi auf dem Gelände nicht zugelassen seien, sei aus dem Flächennutzungsplan nicht erkennbar gewesen. Es tut ihm leid, dass die Beziehung zwischen Gemeinde und KOD dadurch so getrübt wurde.

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