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Termin beim Caritas-Altenheim: Die Landtagsabgeordneten Klaus Steiner (CSU, vorne li.) und Florian von Brunn (SPD, re.) machten sich im April vor Ort ein Bild von dem Areal des geplanten Bauvorhabens und diskutierten mit Bürgern und den Petenten.

Betreutes Wohnen in Krailling

Petition für Erhalt von Bannwald gescheitert

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Für das geplante Betreute Wohnen in Krailling hat der Landtag gestern den Weg frei gemacht. Eine Petition, die verhindern wollte, dass für das Projekt Bannwald weichen muss, hatte keinen Erfolg.

Krailling – Einen besseren Kompromiss im Sinne der Natur hätte sich der SPD-Landtagsabgeordnete Florian von Brunn gewünscht. Doch daraus wurde nichts. Die Gemeinde Krailling und die Charlotte- und Hermann-Schober-Stiftung dürfen ihr Projekt weiterverfolgen, neben dem Altenheim der Caritas ein Betreutes Wohnen für Senioren zu errichten – auch wenn dafür 5000 Quadratmeter Bannwald weichen müssen.

Die Kraillingerin Silvia Roelcke fordert statt einem Neubau einen Umbau des Altenheims und hatte im Dezember 2017 eine Petition beim Bayerischen Landtag eingereicht, um das Vorhaben zu verhindern. Sie will den Bannwald erhalten, der für das Projekt gerodet werden muss. Mehrfach hatte sich der Umweltausschuss im Landtag mit der Petition auseinandergesetzt. Gestern wurde das Thema ein letztes Mal diskutiert.

„Die Petition ist von CSU und Freien Wählern leider abschlägig beschieden worden“, erklärt von Brunn. Für Roelcke war das keine Überraschung. „Aufgrund der politischen Mehrheitsverhältnisse war das nicht anders zu erwarten“, sagt sie. „Trotzdem muss man kämpfen, das sind wir kommenden Generationen schuldig.“

Kraillings Bürgermeister Rudolph Haux sieht in erster Linie den Bedarf für das Betreute Wohnen. Krailling sei eine Gemeinde, deren Bewohner immer älter würden. Er mahnt: „Wir dürfen in Krailling nicht Senioren, Natur und Kinder gegeneinander ausspielen.“ Naturschutzbedenken seien bei dem Projekt freilich zu berücksichtigen. „Der Zustand des Waldes wird hinterher besser sein als jetzt.“ Das sieht Roelcke anders: Die Wiese, die nun ersatzweise aufgeforstet werden soll, sei ebenfalls schützenswert, meint sie. Die Schaffung ebensolcher Wiesen fördere der Freistaat an anderer Stelle. „Das ist absurd.“

„Ich hatte gehofft, dass es mit dem Projekt weitergehen kann“, sagt Haux erfreut. „Die Gemeinde wird sicher darauf achten, dass der wirtschaftlich erforderliche Bedarf gedeckt wird, aber baulich nicht die Möglichkeiten überzieht.“

Was das weitere Vorgehen betrifft, so geht er davon aus, dass das Landratsamt Starnberg das Areal nun aus dem Landschaftsschutzgebiet herausnehmen wird. Anschließend stelle die Gemeinde einen Bebauungsplan auf. Rudolph Haux: „Die Planungssicherheit der Gemeinde ist nun wieder hergestellt.“ Silvia Roelcke aber sagt: „Wir kämpfen weiter. Eine Bebauung dort ist ein riesen Fehler. And ab und zu gibt es Wunder.“

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