Krailling Gaststätte Schabernack vor dem Abriss
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Ein Langhaus soll wieder auf dem Grundstück an der Margaretenstraße 14 entstehen.

Schabernack-Grundstück

Baurecht für günstige Mieten

  • Andreas Deny
    vonAndreas Deny
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Das Grundstück der ehemaligen Kraillinger Kult-Gaststätte Schabernack liegt auch fünf Jahre nach dem Abriss noch immer brach. Doch ein neuer Bebauungsplan ist endlich in Sicht.

Krailling – „Es ist für Bauwerber eine Zumutung“, sagt Gemeinderat Rudolf Heidrich (FBK). Im Kraillinger Bauausschuss übte er am Dienstagabend Kritik an den langen Bearbeitungszeiten von Bebauungsplänen, was Baukosten oftmals in die Höhe schießen lasse. Aufhänger war der Bebauungsplan „Schabernack“ für das Quartier Margareten-, Elisen-, Franz- und Hans-Sachs-Straße. Heidrich lobte den in der Sitzung vorgestellten Entwurf zwar als „ausgewogen“, dieser sei aber inzwischen auch schon zweieinhalb Jahre in Bearbeitung.

Ursache für Verzögerungen sind oftmals die Bauwerber selbst, mit denen sich schwer ein Übereinkommen erzielen lässt. Dass sich die Gemeinde auf dem Grundstück der ehemaligen Gaststätte Schabernack ein ländlich geprägtes Langhaus mit einer ruhigen Fassade wünscht, ist seit Langem bekannt. Hierfür muss sie sich jedoch mit dem Eigentümer einigen und diesem mehr Baurecht einräumen. Laut noch gültigem Bebauungsplan ist eine Baudichte mit einer Geschossflächenzahl (GFZ) von 0,35 zulässig. Die Gemeinde ist durchaus bereit, wie beim Schabernack (GFZ 0,6) mehr zuzulassen – für Gegenleistungen.

Nachverdichtung ermöglichen

Ziel des neuen Bebauungsplans sei es generell, im gesamten Quartier eine Nachverdichtung zu ermöglichen, sagte Dinah Mirbeth vom Büro „Stadt Raum Planung“, die den überarbeiteten Entwurf vorstellte. Darin soll für die Wohnbebauung eine einheitliche Obergrenze (GFZ 0,4) festgesetzt werden. Für das Schabernack-Grundstück ist ein Bauraum von 420 Quadratmetern (30 x 14 Meter) vorgesehen, den der Bauwerber unter Beibehaltung der Grundfläche auch abändern könnte (etwa 35 x12 Meter).

Umsonst soll der Eigentümer eine Baurechtsmehrung allerdings nicht bekommen Dafür will die Gemeinde bei der Nutzung des Gebäudes mitreden oder sich Sozialwohnungen über eine gewisse Laufzeit sichern. Dies soll in einem städtebaulichen Vertrag festgeschrieben werden. Werner Engl (Grüne) warnte davor, den Bebauungsplan zu billigen, bevor dieser Vertrag unter Dach und Fach sei. Der Eigentümer des Schabernack-Grundstücks sei „ein rechtes Schlitzohr“, das die Gemeinde an der Nase herumführe.

Der Bauausschuss billigte den Bebauungsplanentwurf und beauftragte die Verwaltung, mit dem Eigentümer des Schabernack-Grundstücks Verhandlungen im Hinblick auf sozial verträgliche Mieten aufzunehmen. Außerdem sollen mit dem Eigentümer des Grundstücks Margareten-/Ecke Elisenstraße Gespräche über die künftige Nutzung geführt werden. Das dortige Gebäude, Ort eines furchtbaren Kindermords, wird wohl abgerissen. (de)

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