Kinder springen vom Holzsteg in den Bergerweiher, der zunehmend verschlammt

Gemeinde will Wasserqualität verbessern

Bergerweiher soll ein Bade-Idyll bleiben

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Das Baden im Bergerweiher ist nicht mehr das pure Vergnügen. Der kleine Kraillinger Weiher ist verschlammt, Gänse verunreinigen das Ufer. Das soll sich ändern.

Krailling –Trotz seiner Nähe zur Staatsstraße 2063 (Gautinger Straße) ist der Bergerweiher ein kleines Naturparadies. Zuletzt hat der insbesonderebei Familien und Kindern beliebte Würm-Teichjedoch etwas an Anziehungskraft verloren. Nicht nur wegen des tödlichen Badeunfalls eines 15-jährigen Iren im vergangenen Jahr (wir berichteten). Der starke Laubeinfall und Treibgut der Würm lassendas kleine Gewässer zunehmend verschlammen und trüben das Badevergnügen. Zudem verdreckt eine steigende Zahl von Kanadagänsen das Ufer und dortige Holzdeck mit ihren Hinterlassenschaften „Für Badegäste ist es nicht mehr schön, dort zu schwimmen“, konstatierte Bürgermeisterin Christine Borst am Dienstag im Bau- und Umweltausschuss. Die Gemeinde sieht sich jetzt vor die Entscheidung gestellt, das Natur-Idyll im Status quo zu belassen oder tätig zu werden.

Der Ausschuss sprach sich klar dafür aus, den Bergerweiher als Badegewässer zu erhalten. Hier bestehe für Kraillinger die einzige Möglichkeit, im Ortsgebiet in der Würm zu baden, erklärte Werner Engl (Grüne). Er schlug vor, den Weiher abzulassen, zu entschlammen und nur bis zu einer Höhe von 1,40 Meter wieder mit Wasser zu befüllen, sodass erwachsene Nichtschwimmer noch stehen könnten. Richard Siebler (CSU-Fraktion) hielt es für eine „trügerische Garantie“, durch einen niedrigen Wasserstand Unfälle vermeiden zu wollen. Er befürchtete dadurch zudem ein noch schnelleres Absinken der Wasserqualität. Auch Kraillings Umweltreferentin Susanne Brittinger riet davon ab, die Wassertiefe zu verändern.

Dietlind Freyer-Zacherl (FBK) plädierte dafür, am Bergerweiher einen zweiten Zulauf zu schaffen und so für eine bessere Durchströmung und mehr Sauerstoff zu sorgen. Das Problem sei, dass Zu- und Ablauf des Bergerweihers nicht einander gegenüber lägen. Susanne Brittinger bestätigte, dass momentan nur ein Drittel des Weihers von der Würm durchspült wird. Eine Neuregulierung des Zulaufs durch Wasserbausteine hatte in der Vergangenheit nur bedingt Erfolg gebracht. Erst 2015 hatte die Gemeinde mehr als 25 000 Euro in Sanierungsmaßnahmen investiert.

„Wir müssen wieder Geld in die Hand nehmen“, erklärte CSU-Fraktionssprecher Hans Wechner. Man kam überein, ein Planungsbüro mit hydrologischen Untersuchungen zu beauftragen. Gleichzeitig will man beim Wasserwirtschaftsamt Weilheim anfragen, ob ein weiterer Zulauf möglich und zulässig ist. Anschließend soll das Thema erneut im Gemeinderat behandelt werden. Bekanntlich ist der Wasserstand der Würm sehr schwankend – bedingt vor allem dadurch, wie die Wehre am Oberlauf geöffnet werden. Durch eine zu starke Strömung könnte die Böschung des Teichs abgeschwemmt werden. Siebler regte an, in die Untersuchung auch den Außenbereich des künstlich angelegten Teichs einzubeziehen, um eventuell die dortige Bepflanzung zu verändern und für weniger Laubeinfall zu sorgen.

Sein Fraktionskollege Mathias Walterspiel hatte angesichts des tragischen Badeunfalls vom Vorjahr vor allem die Sicherheitssituation im Blick. Er schlug vor, zusätzliche Rettungsringe im Bereich des Weihers anzubringen. Walterspiel wollte auch geklärt wissen, ob sich in der Nähe eine Notrufsäule befinde oder installieren ließe.

Ein offizieller Badebetrieb soll der Bergerweiher auch weiterhin nicht werden. Auf die Gemeinde kämen in diesem Fall weit umfangreichere Verkehrssicherungspflichten als bisher zu; zudem müsste man eine Badeaufsicht stellen. Mehrere Ausschussmitglieder lehnten – wie schon wiederholt in der Vergangenheit – die Errichtung eines fest installierten Toilettenhäuschens ab. Und mit einem Dixi-Klo will man den idyllischen Weiher nicht verschandeln. Badegäste werden also auch in Zukunft bei einem dringenden Bedürfnis in die umliegenden Gaststätten ausweichen müssen.

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