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Betreutes Wohnen: Der Bauherr steigt aus

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Von: Andreas Deny

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Animation des Betreutes Wohnens am Caritas-Altenheim Maria Eich in Krailling
Eine Anlage für Betreutes Wohnen mit 38 Wohnungen war in Krailling an der Rudolf-von-Hirsch-Straße geplant. Über einen Laubengang sollte sie mit dem Caritas-Altenheim Maria Eich verbunden werden. © Wechner-Architekten GmbH

Seit vielen Jahren gibt es konkrete Pläne, neben dem Kraillinger Caritas-Altenheim eine Anlage für Betreutes Wohnen zu errichten. Jetzt ist das Großprojekt erst einmal gestorben: Der Bauherr steigt aus.

Krailling – Die Erweiterung des Altenheims Maria Eich um einen Neubau für Betreutes Wohnen mit 38 Wohnungen gehört seit Jahren zu den umstrittensten Bauvorhaben in Krailling. Jetzt liegt sie auf unabsehbare Zeit auf Eis. Der Vorstand der Schober-Stiftung hat beschlossen, als Bauherr auszusteigen. „Das hat uns alle vollkommen überrascht. Aus unserer Sicht hatten wir alles erledigt, was zu erledigen war“, erklärte Bürgermeister Rudolph Haux im Gespräch mit unserer Zeitung. Der städtebauliche Vertrag mit der Stiftung sei kurz vor dem Abschluss gewesen. Diese sollte den Neubau finanzieren, die Caritas das Haus mieten und betreiben.

Spatenstich in weiter Ferne

Sieben Jahre nach dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan gebe es weiterhin zu viele Unwägbarkeiten, sagte Ute Richter, Vorsitzende der Schober-Stiftung und Gemeinderätin, auf Anfrage. Es sei nicht möglich gewesen, dem Stiftungsrat zu sagen, wann endlich der Spatenstich erfolgen werde. Für den Bebauungsplan ist nach fünf Auslegungen noch kein Satzungsbeschluss gefasst. Dafür müsste der städtebauliche Vertrag vorliegen, über den bis zuletzt Anwälte von Gemeinde und Stiftung verhandelt haben. Mit der für das Bauvorhaben erforderlichen Herausnahme von 5000 Quadratmetern Bannwald aus dem Landschaftsschutzgebiet müssten sich zudem noch der Starnberger Umwelt- und Kreisausschuss sowie Kreistag befassen. „Es war nicht mehr abzusehen, wie das zeitlich weiterläuft“, so Eleonore Zwißler, Mitglied des Stiftungsrats und langjährige Vorsitzende. Die Stiftung könne nicht noch weitere Jahre Gelder in der Hinterhand behalten, ohne dass ein Ende in Sicht sei.

Massiver Widerstand gegen Rodung

Gegen die Rodung von 5000 Quadratmetern Bannwald hatte es massiven Widerstand von Naturschutzverbänden wie auch den Grünen gegeben. Das für die Bebauung vorgesehene Areal sei „keineswegs eine wertlose Fichtenplantage“, hatte Günther Schorn, Vorsitzender des Bund Naturschutz im Kreis Starnberg, in einem Schreiben betont, vielmehr handle es sich um einen jungen, an Eichen reichen Mischwald. Das Gebiet sei für den Artenschutz bedeutsam. Wie berichtet, wurde dort die streng geschützte Haselmaus nachgewiesen. Um diese umzusiedeln, wurden in der Waldumbauzone bereits Röhren, sogenannte Nest-Tubes, aufgehängt.

Gemeinde muss sich neu aufstellen

Auch nach dem Ausfall der Schober-Stiftung will die Gemeinde die Wohnanlage südlich des Altenheims weiter realisieren, zumal bereits viel Geld in das Projekt gesteckt wurde. „Wir müssen uns jetzt neu aufstellen“, so Bürgermeister Haux. Flächen und Ausgleichsflächen stünden weiterhin zur Verfügung. Man werde den Markt sondieren und nach potenziellen Investoren und Bauherren Ausschau halten. Gleichzeitig werde man auch Gespräche mit der Caritas führen.

Zahlreiche Synergieeffekte

Diese hatte zuletzt großes Interesse an dem Bauvorhaben. Durch eine enge Anbindung eines Betreuten Wohnens an das Altenheim verspricht man sich zahlreiche Synergieeffekte. So könnten Bewohner des Betreuten Wohnens an sozialen Angeboten, Verpflegung und hauswirtschaftlichen Dienstleistungen des Altenheims partizipieren. Nicht zuletzt war angedacht, die Bewohner des Altenheims, das dringend saniert werden muss, während der Bauarbeiten vorübergehend in dem Neubau unterzubringen.

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