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Froh über das bisher Vollbrachte: Tscho Zintl, Künstler aus Krailling, übergab Herbert Hanko (li.) und Hans Zacherl (re.) vom Theater an der Würm das fertige Bühnenbild für ihre Inszenierung der im Konzentrationslager Theresienstadt entstandenen Kinderoper „Brundibár“, an dem er, wie er selbst sagt, wochenlang von morgens vier Uhr bis spät abends, gearbeitet hat. Dass er kein Honorar wollte, sei wegen seiner Familiengeschichte Ehrensache gewesen.  

Kinderoper aus Theresienstadt

Bühnenbild Herzenssache für Tscho Zintl

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Die Inszenierung von „Brundibár“ durch das Theater an der Würm nimmt Form an. Die Premiere findet im NS-Dokumentationszentrum in München statt.

Krailling – Ehrensache, dass Tscho Zintl sich da ins Zeug legt. Tag und Nacht hat er gearbeitet, um für die Kinderoper „Brundibár“ das Bühnenbild zu gestalten. Zwei Wochen lang. Jetzt ist es fertig, und er konnte das 2,40 Meter hohe Werk am Donnerstag feierlich Hans Zacherl und Herbert Hanko vom Theater an der Würm überreichen.

„Ich bin begeistert von deren Engagement“, sagt Zintl. Aber das ist nur ein Grund, weshalb der Kraillinger immer nachts um vier Uhr aufstand und erst spät abends wieder zu Bett ging, um eifrig das Bühnenbild für die Kinderoper zu fertigen.

Entscheidend für seinen Einsatz, ist vor allem die bewegende Geschichte von „Brundibár“ in Verbindung mit seiner eigenen Familienhistorie. „Brundibár“ handelt von Kindern, die zusammenhalten, von Kindern, die Widerstand leisten, um an Milch für ihre kranke Mutter zu kommen. Der Leierkastenmann Brundibár wird von den Kindern vertrieben, damit auch sie mit Musik das nötige Geld für die Milch verdienen können. „Es ist ein Aufruf zur Solidarität“, sagt Hanko. Es ist ein Aufruf zum Widerstand.

„Geplant war das Stück als normale Kinderoper in Prag“, erklärt Hanko. Doch Komponist Hans Krása wurde 1942 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. „Das Notenmaterial wurde reingeschmuggelt“, sagt Hanko. Krása habe es dann noch mal überarbeitet, weiß der Regisseur zu berichten. 55 Mal sei die Oper in Theresiastadt aufgeführt worden. „Ein Renner“, meint Hanko. „Damit die Kinder ein bisschen eine Aufheiterung erfahren“, sagt Zintl. Aber es sei nicht einfach gewesen, die Oper aufzuführen. Immer wieder seien Kinder von dort in Vernichtungslager deportiert worden. Immer wieder hätten Rollen neu besetzt, die Proben neu beginnen müssen. „Das ist der traurige Hintergrund“, sagt Hanko. Zintl berührt dieser Hintergrund besonders.

„Mein Vater war im Widerstand gegen das Nazi-Regime“, erzählt er. Vier Jahre sei sein Vater im Konzentrationslager Dachau inhaftiert gewesen. Und darum war es für ihn selbstverständlich, dass auch er sich ehrenamtlich an die Arbeit machte, um das Stück auf die Bühne zu bringen. In der Literatur wird der Leierkastenmann mit Adolf Hitler in Verbindung gebracht, den die Kinder durch ihren Zusammenhalt verjagen wollten. Hanko will diese Verbindung in seiner Inszenierung nicht bringen. Der Regisseur schreibt stattdessen ein Vor- und ein Nachspiel, welche die Originaloper dann einrahmen sollen. Darin soll der politische Hintergrund subtil eingebracht werden.

Damit die Proben richtig beginnen können, musste Zintl mit seinem Bühnenbild schnell fertig werden. Am 27. Januar soll das erste große Projekt des Theaters an der Würm bereits im NS-Dokumentationszentrum in München Premiere feiern. Im Würmtal wird es am Sonntag, 22. April, 17 Uhr, im Planegger Kupferhaus zu sehen sein. Karten für Planegg sind seit dieser Woche bei München Ticket und im Planegger Rathaus erhältlich. Auch in Dachau, Markt Indersdorf und Starnberg sind Aufführungen geplant. Die jungen Künstler werden vom Dachauer Jugendsinfonieorchester begleitet.

Für Tscho Zintl war das Bühnenbild das erste Werk dieser Art. „Ich habe mich reingehängt wie wild“, sagt er. Darum wurde jetzt die Übergabe an Zacherl und Hanko entsprechend gefeiert. Nicht mit Sekt. „Wir haben mit tschechischem Bier angestoßen“, sagt Zintl.

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