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Rudolf Heidrich (2.v.re.) gehört zu den drei Hauptvertretern des Bürgerbegehrens; Edith Sassen und Hans Schuster waren verhindert. Ihre Stellvertreter sind (v.li.) Dr. Gerhard Lütkes, Veit Hübner und Karlheinz Riepl.

Neue Ortsmitte Krailling

Bürgerbegehren gegen Paulhanplatz-Umgestaltung

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Der Unmut vieler Kraillinger Bürger über den geplanten Umbau des Paulhan-Platzes und die Verlegung des Wochenmarktes dorthin soll sich in einem Bürgerentscheid Bahn brechen. So planen es die Initiatoren um Rudolf Heidrich, die am Montag die Antrags- und Unterschriftsformulare präsentierten, die bereits im Umlauf sind.

Gräfelfing– Die drei Hauptvertreter des Bürgerbegehrens sind Hans Schuster, Edith Sassen und Rudolf Heidrich. Als Stellvertreter firmieren Dr. Gerhard Lütkes, Veit Hübner und Karlheinz Riepl. Letzterer war es, der auf der Bürgerversammlung mit seinem Antrag Erfolg hatte, die Verlegung des Wochenmarktes und den Umbau des Paulhanplatzes abzulehnen. „Die zwei Drittel der Bürger, die auf der Versammlung für den Antrag gestimmt haben, ermutigen uns“, sagte Riepl am Montag. „Aus grüner Sicht sind die Pläne ein Skandal, und die Marktverlegung ist ein funktionaler Unsinn.“

Wie berichtet, soll der Paulhanplatz, der bisher eine Grünfläche ist, zur Hälfte als Kies- oder Sandfläche gestaltet werden, um den Wochenmarkt vom Brauerei-Parkplatz dorthin zu verlegen. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens bezweifeln, dass dafür der Platz ausreicht, auch wenn die Gemeinde dies ausmessen ließ und bejahte. Und sie bezweifeln, dass die Standbetreiber damit glücklich werden, auch wenn Christiane Lüst in deren Namen ein positives Votum im Gemeinderat vortrug.

Rudolf Heidrich, der selbst für die FBK im Gemeinderat sitzt, sagte: „Es gibt keinen Vorteil für die Betreiber, keinen für die Besucher und keinen für das Ortsbild.“ Das Ganze sei ein überflüssiges Experiment mit zweifelhaftem Ausgang.

Dezidiert betonen die Initiatoren, nicht die gesamte Ortsmittenplanung zu Fall bringen zu wollen, sondern ihre Kritik auf die Pläne zum Paulhanplatz zu limitieren. Wie berichtet, gibt es in der Bürgerschaft auch gegen die gesamte Ausgestaltung der Margaretenstraße mit teurem Naturgranit erhebliche Bedenken.

Die Fokussierung auf den Paulhanplatz könnte freilich auch rein praktischer und taktischer Natur sein: Die Beschlüsse zum Gesamtkonzept seien gefasst und ließen sich nicht zurückdrehen, sagte Rudolf Heidrich. Doch die Beschlüsse zum Paulhanplatz seien mit dem in Aufstellung befindlichen Bebauungsplan noch nicht festgeklopft. Somit ist der Zeitfaktor entscheidend, läuft es auf ein Rennen zwischen den Initiatoren des Bürgerbegehrens einerseits und der Ratsmehrheit andererseits hinaus: Das Bürgerbegehren muss von zehn Prozent der Stimmberechtigten durch Unterschrift gestützt werden. Dann muss der Gemeinderat sich damit befassen. Diese Unterschriftensammlung – zur Sicherheit sollen es 600 werden – läuft derzeit. Der Bebauungsplan wird währenddessen zum zweiten Mal öffentlich ausgelegt; ein Satzungsbeschluss kann erst nachher erfolgen. Solange das nicht der Fall ist, sehen die Gegner noch eine Chance fürs Bürgerbegehren.

Dass er als Gemeinderat nun auf diesem Weg gegen einen mehrheitlich gefassten Ratsbeschluss vorgeht, sieht Rudolf Heidrich als unproblematisch an – rechtlich ohnehin, aber auch ethisch. Schließlich, so der FBK-Gemeinderat, seien bei der CSU auch einige gegen diese Pläne, nur trauten sie sich nicht, sich öffentlich dem Fraktionszwang zu entziehen.

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