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Maria Gutjahr in der Dorfkirche St. Nikolaus in Frohnloh: Seit Jahrzehnten kümmert die Mesnerin sich um das Kirchenleben des kleinen Ortsteils und dient dem Zusammenhalt. Das würdigt die Gemeinde jetzt mit der Bürgermedaille. 

Die gute Seele von Frohnloh

Bürgermedaille für Maria Gutjahr

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Nach dem Medaillenregen vom vergangenen Jahr verleiht die Gemeinde Krailling heuer nur eine einzige Bürgermedaille. Und die ist wohl verdient. Maria Gutjahr versucht schließlich, ein ganzes Dorf zusammenzuhalten.

Frohnloh – Die Welt von heute ist Maria Gutjahr ein Rätsel. Da findet sich kein Messdiener, weil die Kinder nicht wollen, da findet sich kein Mesner, weil sich die Leute nicht gerne binden, und „ehrenamtlich macht schon gleich gar keiner mehr was“. Die 79-Jährige ist die Mesnerin von St. Nikolaus in Frohnloh. Dass sie für ihren jahrzehntelangen Einsatz jetzt im Rahmen des Neujahrsempfangs der Gemeinde mit der Kraillinger Bürgermedaille belohnt werden soll, überwältigt sie. Mit allem habe sie gerechnet, aber nicht damit. „Es ist für mich selbstverständlich, dass man das einfach macht“, sagt Gutjahr. Sie gehöre zum Ort, die Kirche gehöre zum Ort. Damit ist alles klar. Der nette Brief der Gemeinde, in dem ihr mitgeteilt worden sei, dass sie heuer die Medaille bekomme, habe sie dennoch gerührt.

Jahrein, jahraus hält Maria Gutjahr die Kirche sauber, wäscht und bügelt dem Pfarrer das Gewand, trägt das Kirchenblatt aus, läutet zum Gottesdienst und ist außerdem als Messdienerin tätig, wenn zweimal im Monat montags in Frohnloh die Messe gefeiert wird. Wenn Spaziergänger die Kirche von innen betrachten möchten, sperrt sie ihnen auf. Der Schlüssel ist immer in ihrer Obhut. Im Sommer öffnet sie am Wochenende bei schönem Wetter grundsätzlich die Tür von St. Nikolaus. Aber weil sie trotz Alarmanlage kaum einem traut, sagt sie: „Ich bleibe dann immer im Ort.“ Seit fast 40 Jahren ist das jetzt so. „Jeder im Ort weiß: Bei Gutjahrs, da ist der Schlüssel zur Kirche.“

Das will die Gemeinde nun anerkennen. „Frau Gutjahr trägt uneigennützig und ehrenamtlich in erheblichem Maße zum Zusammenhalt im Dorfleben des kleinen Ortsteils von Krailling bei“, heißt es in einer Pressemitteilung der Gemeinde. Gutjahr ist in Frohnloh geboren.

Die Mesner von St. Nikolaus werden schon lange von ihrer Familie gestellt. Als erst ihr Großvater nicht mehr konnte und dann auch noch ihre Tante ausfiel, hat sie im Alter von rund 30 Jahren selbstverständlich die Verantwortung für die Kirche übernommen. „Man ist mit dem einfach so aufgewachsen. Es wurde in der Familie immer schon gemacht.“ Seit Jahrzehnten ist die heute 79-Jährige bei jeder Taufe, bei jeder Hochzeit im Ort dabei. Sie sagt: „Ich mache das für die Dorfgemeinschaft, für den Zusammenhalt.“ Dass in der Kirche Konzerte stattfinden können, ist ebenfalls ihrem Einsatz geschuldet. Wie ein Wirtshaus zum Dorf gehöre, so auch die Kirche, findet sie. Dabei stellt sie bedauernd fest: Ein Wirtshaus gebe es in Frohnloh nicht mehr.

Wie es mit der Kirche weitergehen wird, ist ungeklärt. „Ich hoffe, dass sich nach mir jemand findet“, der das Mesneramt übernehmen will. „Ich habe schon oft gesagt, jetzt höre ich auf“, sagt sie sorgenvoll. Zuletzt im Alter von 75 Jahren. In einem Jahr werde sie 80. „Aber es findet sich keiner.“ Dass sie nicht nur Mesnerin, sondern nun zusätzlich Messdienerin sei, sei auch der Not geschuldet. Kinder gebe es genug in Frohnloh, aber die wollten halt nicht. Die Bereitschaft, sich ehrenamtlich einzubringen, sei nicht mehr verbreitet. Ihre eigene Familie hat sie anders geprägt. So kommt es, dass St. Nikolaus fest in der Hand der Familie Gutjahr ist. Ihr Schwiegersohn mache die Musik in der Kirche, ihre Tochter bereite die Lieder vor, und ihre Enkelin sei die Lektorin. Als Mesner kämen die jüngeren Familienmitglieder aber nicht in Frage, erklärt sie. Schließlich lebten diese in Pentenried.

Zur feierlichen Verleihung der Bürgermedaille am Mittwoch, 24. Januar, im Kraillinger Rathaus will Maria Gutjahr ihre ganze Familie mitbringen. Deren Unterstützung ist notwendig: „Je näher der Tag kommt, desto aufgeregter bin ich.“ Gut, dass sie auf ihre Familie zählen kann, wie die Frohnloher auf sie zählen können.

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