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Mehr als 150 Bürger kamen am Dienstag in die Kraillinger Schulturnhalle, um den Rechenschaftsbericht von Bürgermeisterin Christine Borst (li.) zu hören und sich von Vertretern des Landkreises über die Unterbringung von Asylbewerbern informieren zu lassen.

Asylunterkunft auf der Kraillinger Sanatoriumswiese

Sicherheitsdienst zunächst für einen Monat

Krailling -  An der Aufstellung weiterer Hallen für Flüchtlinge kommt der Landkreis Starnberg nicht vorbei. Das stellte Kreisbaumeister Christian Kühnel bei der Bürgerversammlung in Krailling klar: „Es geht nicht darum, die bessere Unterkunft zu bauen, sondern die schnellere.“

Herbert Veit, Kopf der Asylhelferkreise im Würmtal, wusste, dass sein Appell „so gut wie hoffnungslos“ ist. Dennoch trat er am Dienstagabend bei der Kraillinger Bürgerversammlung ans Mikrofon und bat, das Aufstellen von Hallen für Flüchtlinge wenn irgend möglich zu vermeiden. Diese Art der Unterbringung sei „menschenunwürdig“, erklärte Veit und verwies auf Erfahrungen in Planegg und Gräfelfing. In diesem Punkt war er sich sogar weitgehend mit Christian Kühnel einig. „Wenn wir nicht müssten, würden wir uns nie für eine Halle entscheiden“, erklärte Starnbergs Kreisbaumeister. Doch Container gebe es derzeit keine. Die einzige Alternative sei, erneut Schulturnhallen zu belegen. Doch das wolle keiner.

Auf Kraillinger Flur ist die Errichtung einer Halle für Asylbewerber weiterhin vorgesehen. Zumal, wie Bürgermeisterin Christine Borst vorrechnete, die Gemeinde sonst ihre Quote von 255 Plätzen nicht erfüllen könnte, rund 100 würden zum Jahresende fehlen. „Es gibt sicher auch in Krailling einen Platz für eine Halle“, meinte Landrat Karl Roth, wohl wissend, dass die Gemeinde zuletzt Pentenried als Standort abgelehnt hatte. Er brachte erneut das Gebiet um das sogenannte Antennenfeld im Kreuzlinger Forst nahe dem Gewerbegebiet KIM ins Gespräch. Seit Februar werden dem Landkreis Starnberg wöchentlich 35 Asylbewerber zugeteilt. Doch der Flüchtlingsstrom werde mit steigenden Wettertemperaturen wieder zunehmen, prophezeite Roth. Eine weitere Asyl-Unterkunft auf der Sanatoriumswiese schloss Borst aber kategorisch aus.

Der Landrat kündigte an, die Gemeinden langfristig zu unterstützen, etwa bei der Unterbringung anerkannter Asylbewerber. Mit dem Verband Wohnen werde man verstärkt Wohnungen bauen. Kühnel sprach in diesem Zusammenhang von einem „standardisierten Wohnungsbau“, den man europaweit ausschreiben müsse. Die entscheidenden Kriterien seien hierbei „Kosten, Qualität und Zeit“.

Die Container-Unterkunft auf der Sanatoriumswiese soll der Bevölkerung nach Fertigstellung bei einem Tag der offenen Tür vorgestellt werden; der Termin steht noch nicht fest. Die offizielle Übergabe der Anlage ist laut Borst für den 5. April vorgesehen. In dem Containerdorf wird es laut Stefan Derpa vom Landratsamt einen Hausmeister der Firma Jonas Betterplace als Ansprechpartner geben. Außerdem soll sich tagsüber ein Sozialpädagoge um die 144 Flüchtlinge kümmern. Für das Containerdorf stelle die Regierung keinen Sicherheitsdienst, so Derpa. Das Landratsamt werde einen solchen aber nachts zunächst einen Monat lang finanzieren. Um die Optik zu verbessern, sollen die Container mit Holzspalieren verkleidet werden.

Zum Kennenlernen plant die Gemeinde am 10. Juni im großen Garten des angrenzenden Bürgerhauses ein interkulturelles Sommerfest. „Sprechen Sie die Menschen an, nehmen Sie Kontakt auf“, appellierte Kühnel. Nur dann werde die Integration der Flüchtlinge gelingen.

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