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Der Abschied der Würmtal-Bürgermeister war von Herzlichkeit geprägt: (v.l.) Harald Zipfel (Neuried), Christine Borst, Brigitte Kössinger (Gauting), Heinrich Hofmann (Planegg) und Uta Wüst (Gräfelfing).

Verabschiedung im Kraillinger Rathaus

„Immer um einen Konsens bemüht“

„Ganz oder gar nicht“ – diesen Wahlspruch von Christine Borst hörte man an diesem Abend öfter. Sie war mit Leidenschaft und großem Engagement fast auf den Tag elf Jahre Chefin des Kraillinger Rathauses.

Krailling – Im Januar trat Christine Borst (CSU) aus gesundheitlichen Gründen in den vorzeitigen Ruhestand. Jetzt wurde sie  an ihrer Wirkungsstätte von Weggefährten und Bürgermeisterkollegen verabschiedet.

Es sei die schwerste Entscheidung in ihrem Leben überhaupt gewesen, so die 64-Jährige. Im Januar bekam die Bürgermeisterin, wie sie selbst sagte, ihren dritten gesundheitlichen Warnschuss und musste mit dem Notarzt ins Krankenhaus gebracht werden. Borst: „Ich habe dieses Amt sehr, sehr gerne ausgeübt, aber die Entscheidung aufzuhören war damit alternativlos.“ Borst erinnerte an ihre Anfänge und bedauerte, Projekte wie die Ortsmitte nicht zu Ende bringen zu können. Hier bekräftigte sie noch einmal die Entscheidung des Gemeinderates. Der hatte, bereits ohne sie, im Frühling dieses Großprojekt aus Kostengründen auf Eis legen müssen: „Ich hätte nach Lage der Dinge keinen anderen Entschluss gefasst.“

Zur Abschiedsfeier am Montag kamen Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr, des Zweckverbandes, von Würmtal-Insel, Musikschule, Polizei und den beiden Kirchengemeinden, sowie den Barmherzigen Schwestern und den Sportvereine ins Rathaus. CSU-Gemeinderätin Eleonore Zwißler bedauerte Borsts Rücktritt: „Du warst immer mit deiner großen Ruhe um einen Konsens bemüht.“ Stellvertretend für die Bürgermeister der Nachbargemeinden, Heinrich Hofmann (Planegg), Brigitte Kössinger (Gauting) und Harald Zipfel (Neuried), richtete Gräfelfings Bürgermeisterin Uta Wüst persönliche Worte an Christine Borst, die, schon wieder auf dem Weg der Besserung, mit ihrer Familie in der ersten Reihe saß. „Nach Annemarie Detschs Tod sagtest Du zu mir: Wenn man sich im Bürgermeisteramt aufopfert und dann stirbt, dankt es einem keiner. Und deshalb hast du dein Amt zum richtigen Zeitpunkt niedergelegt!“ Wüst bezeichnete Borst als ein Vorbild und hob ihren Einsatz insbesondere für Frauen in der Kommunalpolitik hervor.

Nicht ohne Rührung bedankten sich auch die beiden Stellvertreterinnen, Karin Wolf und Veronika Sanftl, bei ihrer ehemaligen Chefin. „Deine Arbeit mit uns fand immer auf Augenhöhe statt“, so Wolf, die seit Januar als 2 Bürgermeisterin bis zur Wahl im Mai die Geschäfte der Gemeinde leitet. Nach 30 Jahren Arbeitsleben kommt für die gebürtige Münchnerin Christine Borst nun der Ruhestand. Eine wahnsinnige Umstellung, wie sie bekennt. Allerdings, so Borst, sei jeder ersetzbar. Dem Kreistag bleibt sie als Mitglied allerdings erhalten.

Carolin Högel

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