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Deutschlands Öl lagert auch in Krailling

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Von: Victoria Strachwitz

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Das Kraillinger Tanklager ist voll. Und das liegt nicht nur an den derzeit günstigen Ölpreisen. Nach intensiver Prüfung hat die Bevorratungsgesellschaft der Bundesrepublik beschlossen, einen Teil ihrer Reserven in den unterirdischen Tanks einzulagern.
Die unterirdischen Tanks im Kraillinger Lager sind ausgelastet. Laut Markus Neubauer, Geschäftsführer der Firma Krailling Oils Development (KOD), ist ein sicherer Betrieb nun gewährleistet. © Dagmar Rutt

Das Kraillinger Tanklager ist voll. Und das liegt nicht nur an den derzeit günstigen Ölpreisen. Nach intensiver Prüfung hat die Bevorratungsgesellschaft der Bundesrepublik beschlossen, einen Teil ihrer Reserven in den unterirdischen Tanks einzulagern.

Krailling – Die Tanks im Kreuzlinger Forst sind ausgelastet. Einen Teil nutzt die Firma Kreuzmayr Bayern GmbH. Jetzt ist auch die Bundesrepublik Deutschland Kunde. Zwei Jahre lang habe sich die Krailling Oils Development (KOD) um den Auftrag der Bundesrepublik bemüht, sagt Geschäftsführer Markus Neubauer. Ein Viertel des Jahreskraftstoffverbrauchs muss die Bundesrepublik auf Lager halten. Ein kleiner Teil davon liegt nun in Krailling. Laut Neubauer ist die langfristige Lagerung von Treibstoffen unterirdisch bei gleichbleibender niedriger Temperatur besonders qualitätsschonend. „Das Tanklager entwickelt sich weiter. Wir sind auf einem sehr guten Weg“, ist der Geschäftsführer überzeugt. Mit diesen Einnahmen sei ein sicherer Betrieb gewährleistet.

Sanierung schreitet voran

Und damit kehrt im Kreuzlinger Forst nun Ruhe ein. Das Tanklager wird von der Betreiberfirma zunehmend saniert. Die KOD und auch die Besitzerin des Tanklagers, die G1 Krailling Real Estate GmbH, haben große Investitionen getätigt, um die Technik auf dem Gelände zu modernisieren. So soll es auch weitergehen. Auf den Schienen im Tanklager, die nun ersetzt werden, stehe zum Teil das Jahr 1927. „40 Jahre Investitionsstau werden jetzt aufgelöst“, sagt Neubauer.

Es ist nicht das erste Mal, dass die deutschen Erdölreserven in den unterirdischen Tanks in Krailling lagern. Seit die Bundesrepublik das Tanklager 2009 verkaufte, war dies aber nicht mehr der Fall. In der Vergangenheit hat sich die deutsche Erdölbevorratung schon mehrfach als nützlich erwiesen. So heißt es im Internet auf der Seite von Wikipedia: „1991 wurde ein Teil der deutschen Ölreserven während des Golfkrieges verkauft, als das Fass 30,55 Dollar kostete. Nach der Katastrophe durch den Hurrikan Katrina und dem folgenden starken Ölpreisanstieg wurden im Jahre 2005 rund 450 000 m³ freigegeben. Wegen des Ausfalls Libyens als Erdölexportnation 2011 wurden von der Bundesregierung ebenfalls Reserven freigegeben.“

Im Oktober 2018, als infolge der Dürre und Hitze in Europa 2018 der Rheinpegel stark sank und somit Schiffe nicht mehr voll beladen werden konnten, dazu noch die Raffinerie Vohburg brannte, habe die Bundesregierung ebenfalls begrenzte Mengen der Reserve freigegeben. „Damals hat man nicht gewusst, wie man den Flughafen München versorgen soll“, erklärt Neubauer. Jetzt hat die Bevorratungsgesellschaft der Bundesrepublik einen guten Moment gefunden, um ihre Reserven aufzufüllen. Der Preis für Öl ist niedrig wie lange nicht. Die KOD hat von dem geringen Ölpreis nichts. „Wir als Tanklagerbetreiber profitieren nicht davon. Wir haben aber auch keinen Schaden dadurch. Auf das Jahr gerechnet, wird immer dieselbe Menge kommen.“

Die Betreiber haben noch einiges vor mit dem Tanklager.

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