Dienstaufsichtsbeschwerde

Bürger fühlen sich übergangen

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Einige Kraillinger fühlen sich bei der Ortsplanung im Abseits. Sie haben beim Landratsamt Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Bürgermeisterinnen Christine Borst und Karin Wolf eingereicht.

Krailling – Die Gemeinde Krailling will ihre Bürger bald über den Stand der Ortsmitteplanung informieren. Dies hat zumindest der Gemeinderat in jüngster Sitzung beschlossen. Informieren reiche nicht, die Bevölkerung müsse bei derart wichtigen Entscheidungen beteiligt werden, sagt Waltraud Asam. Die langjährige Vorsitzende der Senioreninitiative fühlt sich wie auch Edith Sassen, Beate Autenrieth, Hans Schuster und Elmar Wiest bei der Ortsplanung übergangen – und das nicht nur in einem Fall. Sie haben deshalb gegen Bürgermeisterin Christine Borst und Karin Wolf, die die Rathauschefin seit August vertritt, beim Landratsamt Starnberg eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht.

Die fünf Kraillinger bemängeln, dass der Gemeinderat den Entwurf des Masterplans ohne eine vorherige Bürgeranhörung abgesegnet hat. Laut Baugesetzbuch sei eine zweistufige Beteiligung der Öffentlichkeit aber vorgesehen, heißt es in dem Schreiben an die Kreisbehörde. Eine Bürgeranhörung sei auch deshalb erforderlich, da die Entscheidung, die Ortsmitte mit Natur- statt Betonstein zu pflastern, Mehrkosten von fast zwei Millionen Euro verursache. Seitens der Bevölkerung gebe es zudem mehrheitlich den Wunsch, den grünen Paulhanplatz zu erhalten. Er soll nach aktueller Planung eine Sandstreudecke erhalten, unter anderem für den Wochenmarkt.

Kritik üben die Beschwerdeführer auch am Vorgehen der Gemeinde beim Betreutes-Wohnen-Projekt am Caritas-Altenheim. Wie berichtet, soll dort für den Bau von 38 Wohnungen Bannwald gerodet werden. Die im Rahmen der Auslegung des Flächennutzungsplans eingegangenen Stellungnahmen der Bürger habe der Gemeinderat bis heute nicht abgewogen. Und dies trotz einer Zusage der 1. Bürgermeisterin von Anfang April, diese in einer der nächsten Sitzungen zu behandeln. „Es ist völlig unklar, wie es weitergehen soll“, sagt Asam. Inzwischen sei der Umgriff des Flächennutzungsplans schließlich im Hinblick auf die strittige Wohnbebauung am Paula-Anders-Weg reduziert worden.

Dritter Kritikpunkt ist das Thema Verkehr. Borst habe in der Bürgerversammlung im März versprochen, demnächst öffentlich ein Verkehrskonzept vorzustellen, so die Beschwerdeführer. Dies sei trotz der zunehmenden Verkehrsprobleme bis heute nicht geschehen. Man erwäge nun, durch die Sammlung von Unterschriften eine Bürgerversammlung zu erzwingen.

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