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Das Kraillinger Rathaus als Arbeitsplatz: Drei Bewerber haben bereits ihr Interesse bei der  anstehenden Bürgermeisterwahl kundgetan.

Bürgermeisterwahl

Drei Bewerber für Krailling

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Nach der CSU haben auch die Vorstände von FDP und Grünen ihre Wunschkandidaten für die Bürgermeisterwahl benannt. Für die Grünen soll die langjährige Gemeinderätin Adrienne Akontz antreten, für die Liberalen der Ortsvorsitzende Rudolph Haux.

Krailling– Das Kandidatenkarussell für die Bürgermeisterwahl in Krailling nimmt Fahrt auf. Inzwischen gibt es neben Henrik Jörgens (CSU) zwei weitere Bewerber für die Nachfolge der krankheitsbedingt von ihrem Amt zurückgetretenen Bürgermeisterin Christine Borst. Alle Kandidaten müssen von ihren Parteien allerdings noch offiziell nominiert werden.

Ortsvorstand und Gemeinderatsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen wollen Adrienne Akontz ins Rennen schicken. Die 47-Jährige kann auf eine lange kommunalpolitische Erfahrung zurückblicken. Für die Fraktion der Grünen saß sie als Parteifreie zehn Jahre lang im Gemeinderat und engagierte sich dort leidenschaftlich für Umwelt- und Klimaschutz – vielen galt sie als grünes Gewissen. Im Vorjahr gab sie ihr Mandat ab, da ihr die Belastung von Beruf, Familie und Ratsarbeit zu viel wurde. Als Bürgermeisterin glaubt die 47-Jährige dies besser handhaben zu können. „Dann fällt zumindest mein Beruf weg“, sagt sie im Merkur-Gespräch.

„Wir schätzen ihre Kompetenz, Geradlinigkeit und ihr Augenmaß sehr und haben sie immer als faire Teamplayerin wahrgenommen, die sich stets um den Ausgleich, auch zwischen Ökonomie und Ökologie, eingesetzt hat“, schreiben Ortsvorsitzende Andrea Schulte-Krauss und Fraktionssprecher Werner Engl in einer Presseerklärung. Als ehemalige Gemeinderätin verfüge sie über nachgewiesene Kenntnisse, wie man Verwaltungsabläufe erfolgreich abschließen und die komplexen Anforderungen von Planungsverfahren bewältigen könne. Adrienne Akontz ist studierte Diplom-Ingenieurin und Landschaftsplanerin. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von zwölf und 16 Jahren.

Im Falle ihrer Wahl will sich Akontz dafür einsetzen, dass die Gemeinde umwelt- und klimafreundlicher wird. Vor allem müsse man erst einmal einen Kassensturz machen, sagt sie. Angesichts rückläufiger Steuereinnahmen brauche man nicht über weitere Großprojekte nachzudenken. Auch im Kleinen sei zu sparen. „Hochglanzblättchen“ wie die Informationen aus dem Rathaus seien überflüssig. „Man muss nicht auf Kosten der Steuerzahler Werbung machen.“

Die Neugestaltung der Ortsmitte stellt Akontz im jetzigen Stadium aber nicht mehr in Frage, allenfalls im Detail könne man noch nachbessern. Den umstrittenen Umzug des Wochenmarktes vom Parkplatz der Kraillinger Brauerei zum Paulhanplatz solle man zumindest ausprobieren, meint sie. „Man muss sehen, ob der Standort angenommen wird.“

Dem Projekt Betreutes Wohnen beim Caritas-Altenheim Maria Eich steht Adrienne Akontz offen gegenüber. Im Hinblick auf die demografische Entwicklung und die Tatsache, dass viele ältere Menschen in Krailling leben, müssten auch die Angebote an die Bevölkerung angepasst werden. Das Projekt sei deshalb sinnvoll. Man müsse aber erst einmal die naturschutzrechtlichen Ergebnisse abwarten und dürfe nicht gleich Fakten schaffen, betont die 47-Jährige.

Der FDP-Ortsvorstand wird der Mitgliederversammlung am 21. Februar (19.30 Uhr, Alter Wirt) Rudolph Haux als den Kandidaten seiner Wahl vorstellen. Der 61-Jährige ist seit Frühjahr 2014 Mitglied der Liberalen, seit 2015 führt er den Ortsverband. Haux ist verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von acht und 14 Jahren. Der gebürtige Tübinger hat Jura studiert und ist nach eigener Aussage überzeugter Europäer, wozu ein Auslandsstudium in Paris beigetragen hat. Seit Anfang der 90er Jahre ist Haux in verschiedenen Vertriebspositionen im Bereich der Wasserwirtschaft und regenerativen Energien tätig. Der 61-Jährige habe als „verhandlungsstarker und besonnener Mann“ die Qualifikation zum Bürgermeister, heißt es in einer Mitteilung des Vorstands. Seine politischen Ziele will Haux in einem Pressegespräch am kommenden Montag vorstellen.

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