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Ehrung für die Queen von Krailling

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Bürgermeister Rudolph Haux überreicht Eleonore Zwißler die Urkunde der Ehrenbürgerschaft
Bürgermeister Rudolph Haus Überreichte Eleonore Zwißler die Urkunde der Ehrenbürgerwürde. © Dagmar Rutt - info@digidag.de

Krailling hat seine erste Ehrenbürgerin. Im Rahmen eines Festakts erhielt Eleonore Zwißler am Mittwoch die höchste Auszeichnung der Gemeinde.

Krailling – Im Foyer im ersten Stock des Kraillinger Rathauses drängten sich am Mittwochabend die Gäste. Mehr als 70 Vertreter aus Politik, Kirche und Gesellschaft waren anlässlich der Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Eleonore Zwißler erschienen, um die Lebensleistung  der 88-Jährigen zu würdigen, wie es Bürgermeister Rudolph Haux formulierte. Unter ihnen Landrat Stefan Frey, sein Amtsvorgänger Karl Roth, Schwester Rosa Maria, Generaloberin der Barmherzigen Schwestern, und die beiden Kinder der neuen Ehrenbürgerin mit Ehepartnern und Enkelkindern.

Altbürgermeister hält die Laudatio

Heute brauche es mehr denn je Vorbilder, die sich selbstlos in die Gesellschaft einbringen, sagte Landrat Frey und führte als Beispiel die verstorbene Elisabeth II. an – mit Bezug auf Eleonore Zwißler: „In Krailling haben wir auch eine Queen, die sehr, sehr nah an den Menschen dran ist. Sie ist ein wirkliches Vorbild.“ Laudator Dieter Hager, Altbürgermeister und selbst Ehrenbürger, hob Zwißlers sozialen Einsatz für die Mitmenschen hervor. „Sie war immer im Einsatz für die Verbesserung der Lebensverhältnisse in Krailling, für Jung und Alt.“ Die Kinderbetreuung habe ihr besonders am Herzen gelegen. So habe sie die erste Krabbelgruppe und den ersten privaten Kindergarten in Krailling ins Lebens gerufen. Sie habe ferner das „Betreute Wohnen zu Hause“ initiiert, den Besuchsdienst im Altenheim Maria Eich und den ehrenamtlichen Fahrdienst des Pfarrverbands Würmtal für Senioren organisiert, sie sei Gründungsmitglied des Hospizvereins Würmtal gewesen und Vorsitzende der Schober-Stiftung. Alles könne man gar nicht auflisten, so Hager, das sei abendfüllend.

Einschnitt durch den unerwarteten Tod des Ehemanns

Ein tiefer Einschnitt im Leben von Eleonore Zwißler sei 1980 der unerwartete Tod ihres Mannes gewesen. Von heute auf morgen habe die damals 45-Jährige sich als alleinerziehende Mutter um die 14 Jahre alte Tochter und den 20 Jahre alten Sohn kümmern und als Berufsschullehrerin wieder in den Beruf zurückkehren müssen. Auch in das politische Leben der Gemeinde sei sie mit Elan eingestiegen, zunächst als stellvertretende Vorsitzende des CSU-Ortsverbandes Krailling. 30 Jahre lang, von 1990 bis 2020, war Zwißler anschließend mit kurzer Unterbrechung Gemeinderätin, von Mai 1990 bis Dezember 2006 zudem stellvertretende Bürgermeisterin an der Seite Hagers. „Ab diesem Zeitpunkt stand ich unter ihrer Kontrolle.“ Durch das Initiieren eines Bürgerbegehrens und der damit verbundenen Überzeugungsarbeit habe sie auch entscheidend den Weg für das seinerzeit umstrittene Gewerbegebiet KIM geebnet.

Die Freude war riesengroß

Die Verleihung der Ehrenbürgerwürde habe sie zutiefst bewegt, sagte Eleonore Zwißler. „Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, und die Freude war riesengroß.“ Die ehrenamtliche Arbeit für die Gemeinde und ihre Bürger habe ihr immer Freude bereitet, sie habe sie „ausgefüllt und auch erfüllt“. Dabei sei sie aber stets auf die Mithilfe anderer angewiesen gewesen. Diesen gebühre ein Großteil der ihr jetzt zuerkannten Ehrung.

Senioren ins Ehrenamt einbinden

In Zukunft müsse man vermehrt versuchen, Senioren für ehrenamtliche Tätigkeiten zu gewinnen, betonte Eleonore Zwißler. Es fehle an Alltagsbegleitung, an Demenzbegleitung, an Fahrern für Essen auf Rädern sowie Fahrern für den Seniorenfahrdienst des Pfarrverbands Würmtal. Zwißler: „Aufeinanderachten, Hinhören, Kümmern sollte selbstverständlich werden in unserem heute meist so langen Ruhestandsleben.“

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