Kraillinger Kämmerer verabschiedet sich

Ein Haushalt nach Wunsch

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Der Haushalt der Gemeinde Krailling für das Jahr 2018 ist unter Dach und Fach. Und das so früh, wie selten zuvor. Was auch der Tatsache geschuldet ist, dass Kämmerer Gerhard Friedrich im Frühjahr nächsten Jahres in Ruhestand geht.

Krailling – „Es ist diesmal ein Haushalt, den sich unser Kämmerer viele Jahre gewünscht hat“, erklärte Bürgermeisterin Christine Borst in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats angesichts hoher Steuereinnahmen; bekanntlich sind in diesem Jahr mehr als 16 Millionen Euro aus der Gewerbesteuer ins Gemeindesäckel geflossen. Es sei ein Leichtes gewesen, diesmal den Haushalt aufzustellen, konstatierte auch Friedrich. In den 80er und 90er Jahren habe er dagegen „den Mangel verwalten müssen“.

Der Etat umfasst im kommenden Jahr ein Gesamtvolumen von 27,6 Millionen Euro( 2017: 29,4 Mio. Euro). Bei den Einnahmen aus der Gewerbesteuer kalkuliert Friedrich wie gewohnt vorsichtig, im Haushalt sind 8 Millionen Euro veranschlagt – und damit zwei Millionen weniger als 2017. Heuer hätten Nachzahlungen aus vergangenen Jahren zu dem Rekordergebnis beigetragen, erläuterte Friedrich. Dies seien jedoch „Einmaleffekte“ gewesen.

Bei der Einkommensteuer erwartet der Kämmerer lediglich ein kleines Plus auf 6,64 Millionen Euro (2017: 6,60 Mio. Euro). Die Schlüsselzahlen, nach denen alle drei Jahre der Gemeindeanteil berechnet wird, hätten sich für Krailling verschlechtert, so Friedrich.

Im kommenden Jahr will die Gemeinde Krailling rund 7 Millionen Euro investieren. Den größten Posten macht dabei die Neugestaltung der südlichen Margaretenstraße aus. Mit Planungskosten für den nördlichen Bereich sind Ausgaben von circa 3,5 Millionen Euro veranschlagt. Für den Straßenbau sind inklusive Brücken 1,2 Mio. Euro in den Etat eingestellt, für die Instandsetzung der Grundschule 700 000 Euro.

Der scheidende Kämmerer riet den Gemeinderäten, in den kommenden Jahren weiter einen „defensiven Finanzkurs“ zu steuern und keinesfalls Schulden zu machen. Man müsse auch den Bürger schützen, sagte Friedrich mit Blick auf den bei Schulden geforderten Erlass einer Straßenausbaubeitragssatzung.

Die Rücklagen der Gemeinde Krailling betragen 9,5 Millionen Euro. Diese werden in den kommenden Jahren allerdings aufgrund der Großprojekte deutlich sinken. Heuer sollen 2,66 Mio. Euro entnommen werden.

Für Friedrich gab es bei Vorlage seines letzten Haushalts viel Lob. Stephan Bock (SPD) hob die große Transparenz hervor, mit der der Kämmerer sein Zahlenwerk stets aufgearbeitet habe. Eleonore Zwißler (CSU) erklärte, sie habe selten einen so heiteren Kämmerer erlebt. Der Nachfolger Friedrichs steht bereits fest: Zum 1. Februar wird Michael Aßmus, zuletzt Kämmerer der Gemeinde Pullach, seine neue Stelle im Kraillinger Rathaus antreten.

Gegen den Haushalt 2018 stimmte nur Rudolf Heidrich. (FBK). Er könne aufgrund der Kosten für die Ortsmitteplanung nicht zustimmen, so seine Begründung Heidrich kritisierte, dass auch private Einfahrten auf Kosten der Gemeinde mit teurem Naturstein gepflastert würden.

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