Einbrecher vor Gericht

Eine Straftat nach der anderen

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Vor fast genau einem Jahr lebten die Anwohner in Gauting und Krailling in Angst und Schrecken vor einem Einbrecherduo. Ein Diebstahl reihte sich an den anderen. Seit gestern müssen sich die Täter, zwei Männer aus Albanien, vor dem Landgericht München II verantworten.

Gauting/Krailling

In Deutschland hatten sich die 20 und 24 Jahre alten Freunde ein besseres Leben erhofft. Doch ihr Drogenkonsum machte jeden Arbeitsansatz zunichte. Deshalb landeten sie – wie schon in der Heimat – in der Kriminalität. Sie brachen in Häuser ein und nahmen mit, was sich in Geld umsetzen ließ. Mal war das mehr, mal weniger. Warum sie im Starnberger Raum rund um Krailling und Gauting landeten, blieb zum Prozessauftakt unbeantwortet.

Der Ältere hatte zwar 2012 in München einen Asylantrag gestellt und war vielleicht währenddessen auf das reiche Umland aufmerksam gemacht geworden. Vor der Einbruchsserie war er allerdings noch durch viele andere europäische Staaten getingelt, beging Straftaten und landete im Gefängnis, bevor er sich mit seinem alten Jugendfreund im Würmtal herumtrieb.

Kriminelle Karriere

Der 20-Jährige wiederum wollte anfangs von der Freundschaft zum Mitangeklagten gar nichts wissen. Nur mühsam gelang es der Vorsitzenden Richterin Regina Holstein, ihm einige Fakten seines Lebenslaufs zu entlocken. Umso munterer plauderte sein Kompagnon die verschiedenen Stationen seiner kriminellen Karriere aus: Haft in Norwegen, Haft in Frankreich, Haft in Irland, ein zweiter Asylantrag in Schweden, dann die Abschiebung nach Albanien und wieder die illegale Einreise nach Deutschland. Zwischendurch immer wieder Einbrüche.

Spuren in Köln hinterlassen

Bei einer Einbruchstour durch Köln waren sie allzu unvorsichtig. Überall hinterließen die Männer Spuren. Durch Übereinstimmung mit den bayerischen Tatorten konnte die Polizei sie alsbald identifizieren – und in einem Bus von München nach Köln schließlich festnehmen.

Die Einbrüche räumten die Täter indirekt ein. „Uns ging das Geld aus“, sagte der Ältere, „deshalb die Diebstähle“. Gleich bei ihrem ersten Einbruch erbeuteten die Männer in Gauting ein Münzalbum im Wert von 10 000 Euro. Es folgten Schmuck und elektronische Geräte sowie Mobiltelefone. Den Schmuck brachten sie – wenn möglich – zu einem Goldankauf nach Köln. In einem Fall wurden die Albaner von der Hausbesitzerin überrascht und flüchteten.

Unangenehm für die Geschädigten war auch der Sachschaden, den die Täter anrichteten. Denn sie gingen ziemlich rabiat vor, hebelten gewaltsam Türen auf oder schlugen Fenster ein – mit einem Gartenrechen oder mit einer Brechstange, gerade, was sie auf dem Weg zum Tatort gefunden hatten. Der Prozess dauert an.

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