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Künftig dürfen sich Eltern glücklich schätzen, wenn sie für ihren Nachwuchs einen Platz in einer der Kraillinger Betreuungseinrichtungen ergattern. 

Akuter Mangel an freien Plätzen

Engpässe bei Kinderbetreuung

  • Andreas Deny
    vonAndreas Deny
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Die Gemeinde Krailling steht gehörig unter Zugzwang: Für das kommende Kindergartenjahr fehlt eine große Zahl von Krippen- wie auch Kindergartenplätzen. Jetzt wird händeringend nach schnellen Lösungen gesucht.

Krailling – In der Vergangenheit war Kraillings damalige Bürgermeisterin Christine Borst stets besonders stolz darauf, dass man in der Gemeinde für jedes Kind einen Kindergarten- und Krippenplatz anbieten konnte. Doch diese Zeiten sind vorbei. „Die Zahlen sehen nicht besonders schön aus“, konstatierte Hauptamtsleiterin Sandra Sona am Dienstag im Finanz-, Sozial- und Kulturausschuss, dem sie einen Überblick über die aktuelle Situation gab.

Bereits im Vorjahr war es in der Gemeinde zu einem Engpass gekommen, als man aufgrund fehlender Plätze den Jugendtreff im Bürgerhaus Hubertus zumachen und dort eine zusätzliche Kindergartengruppe einrichten musste. In diesem Jahr ist die Situation noch weit kritischer: Für Kinder bis drei Jahre fehlen 22 Betreuungsplätze, für Kinder von drei Jahren bis zur Schulpflicht 46 Plätze. Im Hort seien derzeit noch ausreichend Plätze vorhanden, sagte Sandra Sona, ab 2025 würden in der Folge aber auch hier Plätze fehlen. Der Kinderandrang kommt nicht ganz überraschend, hat die Gemeinde doch in den letzten Jahren auf der Sanftlwiese sowie dem Braun-Grundstück reichlich neuen Wohnraum geschaffen.

In der Gemeinde ist man jetzt auf der Suche nach Lösungen, die sich schnell umsetzen lassen. Ein Projekt hat man bereits angeschoben: Bei der Schusteralm soll auf der südlichen Sanatoriumswiese ein Waldkindergarten eingerichtet werden. „Wir könnten vielleicht schon im Herbst dort eine Gruppe starten“, sagte Bürgermeister Rudolph Haux. Laut Geschäftsleiter Franz Wolfrum befindet man sich bereits in Gesprächen mit potenziellen Trägern. Als weiterer Standort ist der Garten des Kindergartens der „Kleinen Ritter“ in der Elisenstraße im Gespräch. Hier könnte eine „Freiluftgruppe“ entstehen, in der sich Kinder vorwiegend im Freien aufhalten, hieß es in der Sitzung. Angedacht ist, dort einen Bauwagen oder einen Container aufzustellen. Für Letzteres müsste allerdings erst Baurecht geschaffen werden.

„Wir müssen dringend Kapazitäten aufbauen“, erklärte Bürgermeister Haux mit Blick auf die Engpässe bei den Betreuungsplätzen. Die Verwaltung wurde deshalb beauftragt, noch weitere Standorte für Kindertagesstätten zu prüfen. So etwa das Manhart-Grundstück in der Ortsmitte oder das immer noch unbebaute Grundstück der ehemaligen Gaststätte Schabernack an der Margaretenstraße. In Klein-Hollywood ist mit dem Papagenoplatz ein weiterer Standort im Gespräch. „Eine charmante Idee“, wie Bürgermeister Haux meinte. Stephan Bock (SPD) schlug vor, auch eine Aufstockung des Caritas-Kinderhauses in Betracht zu ziehen. Sebastian Sefzig (FDP) regte an, in die Überlegungen für neue Betreuungsangebote mittelfristig die geplante Bebauung des Braun-Grundstücks am Höhenweg einzubeziehen.

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