Schreiben an Regierung von Oberbayern

EOS-Bauvorhaben: Grüne fordern Überprüfung

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Die Kraillinger Gemeinderatsfraktion der Grünen sieht die Bebauung des ehemaligen KIM-Sportplatzes weiter kritisch und verlangt in einem Schreiben an die Obere Naturschutzbehörde der Regierung von Oberbayern jetzt eine Überprüfung aus naturschutzrechtlicher Sicht.

Krailling – Wie berichtet, will die Firma EOS, Weltmarktführer im Bereich des industriellen 3-D-Drucks, auf dem circa 1,6 Hektar großen Gelände ein 134 Meter langes, 60 Meter breites und fast 20 Meter hohes Forschungs- und Entwicklungszentrum errichten. Trotz der seitens des Unternehmens vorgesehenen umfangreichen Ausgleichsmaßnahmen befürchten die Grünen, dass die umgebende Natur „unwiederbringlich geschädigt wird“, so Gemeinderat Werner Engl.

Durch die sehr hohe und massive Bebauung würden die angrenzenden Magerrasenflächen beschattet, wodurch mehrere besonders geschützte Arten ihren typischerweise stark besonnten Lebensraum verlören, heißt es in dem Schreiben an die Regierung. So unter anderem das Waldwiesenvögelchen, ein vom Aussterben bedrohter Schmetterling. Zwar sei in unmittelbarer Nähe bereits ein Ersatzhabitat vorgesehen, es gebe aber keinerlei Erfahrungswerte darüber, ob die Verpflanzung der Biotope funktioniere. „Für ein privatwirtschaftliches Vorhaben, für das es auch alternative Standorte, mindestens Alternativen in der Bauausführung gäbe, soll dies nun offenbar erstmals ,ausprobiert’ werden“, schreiben die Grünen.

Die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Starnberg hat die Gutachten und komplexen Planunterlagen nach Auffassung der Grünen lediglich „kursorisch geprüft“. Deshalb, so ihre Forderung, solle eine übergeordnete Behörde mit ihren Experten tätig werden. Es gehe schließlich um „einen Lebensraum von landesweiter Bedeutung“ und mit dem Waldwiesenvögelchen um eine nur noch in Bayern und Baden-Württemberg vorkommende bedrohte Art.

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