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Die Kantine Mahlzeit lief schlecht. Der große Gastraum in der ehemaligen Bundeswehrkaserne wurde nicht angenommen. Schließlich riss man das Casino-Gebäude ab.

EOS-Kantine schließt für Externe

Essen wird in der KIM zum Problem

In der Kraillinger Innovationsmeile (KIM) wird die Verpflegung zum Problem. Die EOS-Kantine schließt zum September für Externe. Eine Lösung für die Firmenmitarbeiter im Gewerbegebiet zu finden, ist schwer.

Krailling – Die Gastronomie in der KIM ist seit jeher ein Problem. Fünf Wirte gaben sich im ehemaligen Kraillinger KIM-Casino die Klinke in die Hand. Trotz aufwendiger Renovierungsmaßnahmen fand die ungemütliche Kantine der ehemaligen Bundeswehr-Kaserne wenig Anklang, das Casino wurde abgerissen. Zahlreiche Betreiber von Imbisswagen haben in jüngster Zeit ihr Glück in der KIM probiert. „Der Letzte hat mir vergangene Woche geschrieben, dass er woanders hinfährt“, sagt Angela Heitmeier vom KIM e.V. Vielen Nutzern sei das Angebot der Wagen zu teuer gewesen. Und derzeit haben sie noch eine Wahl. Doch ab September dürfen die Mitarbeiter des Kraillinger Gewerbegebiets die Kantine der Firma EOS nicht mehr mitbenutzen.

Die Essensverpflegung in der KIM wird somit schwierig. Die Vorstände des KIM e.V. kommen daher heute im Kraillinger Rathaus zusammen. „Das war immer ein sehr netter Zug von EOS, dass auch Fremde dort essen durften“, sagt Heitmeier. Jetzt habe die Firma immer mehr eigene Mitarbeiter, die die Kantine selbst nutzen wollten. Zudem habe EOS ein Problem, was die Geheimhaltung betrifft, wenn fremde Mitarbeiter dort essen. Also endet die Zeit für Externe in der Kantine Schottenmüller. „Eine neue Möglichkeit haben wir im Moment noch nicht“, bedauert Heitmeier.

Und auch im Rathaus ist der für Wirtschaftsförderung verantwortliche Mitarbeiter Alexander Broschell alarmiert. „Wir arbeiten an einer Lösung“, sichert er zu. Er will den KIM e.V. unterstützen. Doch viele Möglichkeiten hat er nicht. „Wir wollen den Verkehr gering halten“, sagt er. Daher wolle er versuchen zu vermeiden, dass die KIM-Mitarbeiter in der Mittagspause in die umliegenden Ortschaften ausströmen, um sich eine Leberkässemmel zu holen. „Es wäre wünschenswert, wenn vor Ort gegessen wird“, sagt er.

Broschells Wunsch ist eine langfristige Lösung. Am liebsten wäre es ihm, wenn im Gewerbegebiet möglichst zentral ein Parkhaus gebaut und in diesem Gebäude auch eine Kantine untergebracht würde. Das Problem: „Die Gemeinde hat diese Möglichkeit nicht, weil wir dort keine Grundstücke mehr besitzen.“ Das einzige Grundstück, welches für eine derartige Bebauung in Frage käme, wäre der ehemalige Casino-Grund. Dieser gehöre dem Eigentümer der Firma Innolas. Aber: „Die Gemeinde hat nicht vor, dieses Grundstück zu kaufen“, sagt Broschell. Auch der KIM-Verein könne sich das Grundstück nicht leisten, erklärt Heitmeier. Eine Rundmail an die Unternehmen des Gewerbegebietes habe ergeben, dass das Interesse anderer Unternehmen, das Grundstück zu erwerben, ebenfalls gering sei. Zudem meint Heitmeier: „Soweit ich weiß, soll das Grundstück im Moment nicht verkauft werden.“

Die Gemeinde sucht laut Broschell deshalb jetzt nach einer kurz- oder mittelfristigen Lösung. Es sei aber noch nichts spruchreif. Das heutige Treffen im Rathaus findet unter einem gewissen Druck statt. Heitmeier sagt: „Es ist eine schlechte Situation, und viel Zeit ist nicht mehr.“

Victoria Strachwitz 

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