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Blick auf den Paulhanplatz: Entwurf des beauftragten Büros.

Ortsmitteplanung in Krailling

Ferienausschuss beschließt Bebauungsplan

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Die Arbeiten können ausgeschrieben, Fördergelder beantragt werden: Der Ferienausschuss des Kraillinger Gemeinderates hat am Dienstag den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan Ortsmitte Süd gefasst – unbeeindruckt von der jüngsten Unterschriftenaktion.

Krailling– Die Gemeinde befasst sich seit 2010 intensiv mit der Ortsentwicklung. Hauptanliegen ist die Belebung der Ortsmitte. Gemeinsam mit Bürgern wurden Ziele für die Aufwertung des Straßenraums erarbeitet. Diese waren Grundlage eines Wettbewerbs, den 2014 das Planungsbüro „bbz landschaftsarchitekten berlin“ gewann. Der Gemeinderat billigte im Dezember 2017 einen Bebauungsplanentwurf für die Ortsmitte Süd, also dem Bereich der Margaretenstraße zwischen der Einmündung der Ludwigstraße und der Kreuzung mit der Pentenrieder Straße.

Insgesamt dreimal wurde der Entwurf öffentlich ausgelegt, zuletzt im Juni. In der letzten Sitzung des Gemeinderates vor der Sommerpause im Juli sollten die in dieser Phase eingegangenen Bedenken und Anregungen von Behörden, Institutionen sowie Bürgern behandelt und der Bebauungsplan auf den Weg gebracht werden. Doch weil Räte beklagten, nicht ausreichend Zeit zur Vorbereitung gehabt zu haben, einigte man sich darauf, den Satzungsbeschluss zu vertagen und den Ferienausschuss damit zu betrauen. Die Zeit drängt, schließlich sollen Zuschussanträge gestellt und Leistungen ausgeschrieben werden. Der Baubeginn, der für dieses Frühjahr geplant war, ist ohnehin schon um ein Jahr auf 2019 verschoben.

Ausschlaggebend für die Verzögerungen war die ablehnende Haltung einiger Bürger zu den Plänen. Die Margaretenstraße soll zwischen Paulhanplatz und Luitpoldstraße in einen barrierefreien, verkehrsberuhigten Geschäftsbereich umgewandelt werden. Die Entscheidung des Gemeinderates, das neue Ortszentrum mit Granit zu pflastern rief ebenso Widerstand hervor wie die Pläne für den Paulhanplatz. Dort soll ein neuer Marktplatz mit Schotterrasen und Platanendach entstehen. 1400 Unterschriften hatten Gegner der Marktplatzidee gesammelt, um an dieser Stelle die Festsetzung einer Grünfläche zu erreichen. Die Gemeinde bemühte sich unter anderem mit einer Informationsveranstaltung im Juli auf dem Paulhanplatz, die Bürger für die Planungen zu gewinnen.

In der vergangenen Woche überreichten schließlich Mitglieder eines überparteilichen Aktionskreises 195 Unterschriften und forderten eine Bürgerversammlung zur Ortsmitte Süd. Übers Wochenende wuchs die Zahl auf 359 an, das Quorum von fünf Prozent der Stimmberechtigten (270 bis 280) dürfte damit erfüllt sein. Die Unterschriften besitzen allerdings keine aufschiebende Wirkung.

2. Bürgermeisterin Karin Wolf, die den Ferienausschuss leitete, informierte die Mitglieder, dass die Unterschriften und das Anliegen geprüft würden und gegebenenfalls innerhalb von drei Monaten eine entsprechende Bürgerversammlung angesetzt werde.

Der Ausschuss befasste sich wie geplant mit dem Bebauungsplan und fasste den Satzungsbeschluss mit 7:1 Stimmen gegen Dietlind Freyer-Zacherl (FBK). Damit sind die planungs- und baurechtlichen Voraussetzungen für eine Verlegung des Wochenmarktes sowie die Schaffung eines verkehrsberuhigten Bereiches mit Tempolimit gegeben. Stephan Bock (SPD), der nicht Mitglied im Ferienausschuss ist, regte an zu überlegen; „wie wir die Bürger besser beteiligen können“ und forderte „ein Umdenken in diesem für uns sehr wichtigen Prozess“. Das stieß auf Kritik von Mathias Walterspiel (CSU): „Wir haben alles, was Sie vorgeschlagen haben, schon gemacht.“ Sämtliche Dokumente zur Ortsentwicklungsplanung seien im Internet einsehbar. Es habe Bürgerversammlungen gegeben, die Bauverwaltung sei jederzeit ansprechbar. Walterspiel: „Ich finde es merkwürdig, dass Bürger sagen, sie seien nicht miteinbezogen.“

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