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Mit viel Enthusiasmus wurde im Juli der Markenbildungsprozess bei einem Infoabend der W ürmtal-Gemeinden von den Bürgermeistern (v.l.) Harald Zipfel (Neuried), Christine Borst (Krailling), Uta Wüst (Gräfelfing), Brigitte Kössinger (Gauting) und Heinrich Hofmann (Planegg) im Kupferhaus angestoßen. Jetzt steht das Projekt vor dem Aus.

Finanzierung abgelehnt

Krailling beerdigt Marke Würmtal

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Krailling - Gräfelfing, Planegg, Neuried und Gauting wollen die Marke Würmtal. Ausgerechnet die Gemeinde Krailling, Initiatorin des Projekts, lehnt ab.

Die Gemeinde Krailling steigt aus dem Markenbildungsprozess aus. Mit 12:8 Stimmen lehnte es der Gemeinderat am Dienstag ab, für das Projekt 10 000 Euro zur Verfügung zu stellen; Gräfelfing, Planegg, Neuried und Gauting hatten diesen Betrag bereits jeweils bewilligt, um den Prozess für 50 000 Euro über die Nürnberger Beratungsfirma Brand Trust ein Jahr lang fortzuführen. Ziel war es, das Würmtal zu einer unverwechselbaren Marke zu machen, indem man Spitzenleistungen und herausragende Eigenschaften der Region herausstellt (wir berichteten).

Bei der Diskussion des Themas waren in der Vergangenheit auch in anderen Würmtal-Gemeinden äußerst kritische Stimmen laut geworden. Mehrere Kraillinger Gemeinderäte konnten sich vor allem mit den bisher erarbeiteten vier Kennwerten der Marke Würmtal (erstklassig, stolz, geistreich, privilegierte Lage), mit denen man sich als Lebens- und Technologiestandort definieren und abgrenzen wollte, nicht anfreunden. „Das ist nicht das Würmtal“, meinte Imme Kaiser (Grüne). Die Begriffe seien im Hinblick auf die Außenwirkung arrogant. CSU-Fraktionschef Hans Wechner sah das ähnlich, vor allem im Hinblick auf die Wortwahl „stolz“. „Das ist mir doch ein bisschen zu viel.“

Bürgermeisterin Christine Borst betonte, dass der Markenbildungsprozess dazu diene, sich über eigene Stärken klar zu werden. Dies biete auch Gemeinderäten eine Orientierungshilfe. Ein gemeinsamer Auftritt finde weit mehr Beachtung. „Wenn statt einer fünf Kommunen kommen, ist das etwas ganz anderes.“ Gemeinsam ließen sich Projekte realisieren, die für eine Gemeinde nicht rentabel seien, beispielsweise eine Kindertagesstätte am S-Bahnhof, die 24 Stunden geöffnet hat. Auch ein Würmtal-Festival oder ein gemeinsamer Bauhof und Winterdienst seien denkbar.

Man arbeite bereits jetzt mit anderen Würmtal-Gemeinden zusammen“, erklärte Dietlind Freyer-Zacherl (FBK). „Wozu braucht es da eine Marke Würmtal – nur, um sich abzugrenzen?“ Fraktionskollege Rudolf Heidrich bezweifelte ebenfalls den Nutzen einer derartigen Marketing-Offensive. Im Würmtal gebe bei Gewerbeflächen und Wohnungen keine Leerstände. Der Standort sei für viele Menschen schon jetzt zu teuer und werde nur noch teurer. Betriebe könnten für sich selbst Werbung machen.

Mit dem Ausstieg Kraillings als Gemeinde in der Mitte des Würmtals ist nach Ansicht von Bürgermeisterin Borst auch der Markenbildungsprozess gescheitert. „Ich sehe das Projekt als gestorben an.“

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