Corona-Zahlen auf Mallorca steigen rasant: RKI zieht Konsequenz und macht Insel jetzt zum Risikogebiet

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Maibaum Frohnloh
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Einen ganz besonderen Maibaum haben die Frohnloher jetzt aufgestellt: Dank Corona ist er nicht nur ein Julibaum, sondern auch die erste unlackierte Naturfichte seit den 1950er Jahren im Dorf. 

Corona hat die Tradition durcheinandergebracht

Frohnloher Maibaum ist ein Julibaum

  • Victoria Strachwitz
    vonVictoria Strachwitz
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Frohnloh hat jetzt einen neuen Maibaum. Viel zu spät, aber immerhin. Gräfelfing und Unterbrunn warten lieber bis zum nächsten Jahr. Corona hat auch diese Tradition durcheinandergebracht.

Frohnloh – „Das Leben muss normal weitergehen“, findet Wolfgang Wilfert, Vorstand der Dorfgemeinschaft Frohnloh. Deshalb hat sein Dorf seit vergangenem Samstag wieder einen Maibaum. Wegen der Corona-Pandemie ein Jahr zu warten, kam für ihn nicht in Frage.

Diese Entschlossenheit legen nicht alle Gemeinden im Würmtal an den Tag. Gräfelfing und Unterbrunn zeigen Mut zur Lücke. „Wir wollen unseren Maibaum im nächsten Jahr richtig aufstellen“, sagt die Sprecherin der Gemeinde Gräfelfing, Sabine Strack. Die Entscheidung sei nicht leicht gewesen. Aber zum Aufstellen solle es auch ein großes Fest geben.

Auf großes Fest verzichtet

Die Frohnloher haben auf das große Fest verzichtet. Und das ist nicht das Einzige, was diesmal anders ist. Mit dem Aufstellen waren sie elf Wochen zu spät dran. Farbe für den Baum war heuer nicht drin. In Frohnloh habe schon seit den 1950er Jahren keine Naturfichte mehr gestanden, sagt Wilfert. Aber heuer musste die Dorfgemeinschaft auf die traditionelle weiß-blaue Bemalung verzichten. Eine Lackierung sei nicht möglich gewesen. „Aus Infektionsschutzgründen mussten wir alles unter freiem Himmel machen.“ Und das Wetter habe nicht immer mitgespielt. „Die Rahmenbedingungen waren heuer ungünstig, um es milde auszudrücken“, sagt Wilfert.

Die Inninger Landjugend hatte es den Frohnlohern zusätzlich schwer gemacht, indem sie das unbewachte Traditionsstangerl im Juni auch noch klaute. Der „Junibaum“ wurde zur Schlagzeile. Mittlerweile wurde aus ihm ein Julibaum. Doch jetzt steht er. Dass die Dorfgemeinschaft sich nicht unterkriegen ließ, hat zwei Gründe: Erstens koste so ein Baum Geld, „wir sind eine kleine Ortschaft“. Da könne man nicht einfach einen bereits gefällten Baum verkommen lassen. „Es war unwahrscheinlich, dass der noch einen Winter überlebt. Es wäre schade gewesen, wenn man ihn hätte wegschmeißen müssen.“ Zweitens stellen im kommenden Jahr alle Nachbarn auf: Geisenbrunn, Unterbrunn und Pentenried. Heuer bekamen die Frohnloher die volle Aufmerksamkeit.

Junggesellenabschied eines Helfers

Dabei ging das Aufstellen am vergangenen Samstag relativ still und ohne Gäste über die Bühne. Zu zehnt brachten Mitglieder der Dorfgemeinschaft den Baum an seinen Platz, richteten ihn mithilfe eines Autokrans in wenigen Minuten auf und montierten mit einer gemieteten Hebebühne, einem ehemaligen Einsatzfahrzeug der Kraillinger Feuerwehr, die Zunftzeichen. Bereits vor Mittag war die ganze Aktion beendet und die Dorfstraße in Frohnloh wieder befahrbar. Kurzer Prozess also. Ein Glück für die Dorfgemeinschaft, dass sie am Samstag den Junggesellenabschied eines Helfers zu feiern hatte. So gab es immerhin ein kleines Fest beim Maibaum mit einem zünftigen Weißwurstfrühstück. An ihrem Mai- oder vielmehr Julibaum wollen sich die Frohnloher jetzt zwei bis drei Jahre lang erfreuen. Dann sei, so hoffen die Vereinsmitglieder, wieder normales Brauchtum möglich.

Reihenweise wurden wegen des Coronavirus Maifeste abgesagt.

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