Blick in die nachfossile Zukunft

Fünf-Punkte-Plan für Kraillinger Tanklager

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Die Frage, wie es mit dem Kraillinger Tanklager weitergeht, beschäftigt Gemeinde und Betreiber gleichermaßen. Jetzt gibt es einen Fünf-Punkte-Plan, der das Gelände zum Vorzeigeprojekt machen könnte.

Krailling – „In zehn Jahren stehen Omnibusse an der Pforte Schlange, um dieses Projekt zu besichtigen“, ist Bernhard Breitsameter überzeugt. Er ist der Geschäftsführer der Eigentümerin des Kraillinger Tanklagers, der G1 Krailling Real Estate GmbH. Gemeinsam mit der Betreiberfirma „Krailling Oils Development GmbH“ (KOD) und der Gemeinde Krailling will er das Tanklager zukunftsfähig machen. Artenvielfalt, Biotopverbund, regenerative Energien, Photovoltaik, Windkraft, Wasserstoff und Ökokonto sind Schlagworte, die in diesem Zusammenhang fallen. Auch künftig sollen in den Tanks 125 Millionen Liter Kraftstoff lagern. „Aber die Kraftstoffzusammensetzung wird sich schrittweise ändern.“ Denn: „Es wird die nach-fossile Ära geben müssen.“ Und damit die Zeit der erneuerbaren Energien.

Ein Teil des Geländes sei Vorranggebiet für Windkraft. Zudem gebe es viel Platz für Photovoltaik. Beides können sich die Betreiber vorstellen zu nutzen. „Wenn wir regenerativen Strom erzeugen, dann um auf dem Gelände selbst E-Fuels zu produzieren.“ Der Weg könne also dahin führen, dass auf dem Areal mittels Strom synthetische Kraftstoffe hergestellt werden. Vielleicht lagere künftig Wasserstoff in den Tanks. Breitsameter beschäftigt sich schon eine Weile mit der nachfossilen Ära. Privat betrieb der Forstwirt erst ein Fahrzeug mit kaltgepresstem Rapsöl, heute fährt er ein E-Auto. Dabei sagt er: „Ich weiß, dass das nicht die Zukunft ist.“ Der Elektromotor schon, aber nicht in der heute gängigen Form.

Ideen der KOD, wie das Tanklager künftig genutzt werden könnte, liegen der Gemeinde jetzt in Form eines Fünf-Punkte-Planes vor. „Von uns kommen Vorschläge und Anregungen. Zu entscheiden hat der neue Gemeinderat“, so Breitsameter. „Wir haben es zur Kenntnis genommen“, sagt der Geschäftsleiter der Gemeinde, Franz Wolfrum. Derweil laufe die Untersuchung für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme, mit der die Gemeinde 2018 zwei Planungsbüros beauftragte. Der Fünf-Punkte-Plan umfasst nicht nur die technische Optimierung des Tanklagers, sondern auch die Entwicklung der Fläche, die Erzeugung regenerativer Energien, die Erweiterung der KIM, den Verbund der Biotope unf die Steigerung der Artenvielfalt mittels BayernNetzNatur.

An manchen Punkten ist die KOD bereits dran. Sie ist dabei, das Tanklager „in das digitale Zeitalter zu bringen“. Auch die Fläche werde bereits zum Teil entwickelt. Was den Waldumbau betreffe, „da sind wir schon voll drin“, so Breitsameter. Zur Erweiterung der KIM sagt er: „Wenn die Gemeinde das möchte, kann sie mit uns reden. Unser Interesse ist es nicht.“ Wichtig ist ihm, dass alle fünf Ideen aus Sicht der KOD realistisch seien. Was den Zeitplan betrifft, meint er, dass aufgrund der Kommunalwahl bis Juni nichts passieren werde. „In der zweiten Hälfte 2020 wird es intensiv in die Planung und Umsetzung gehen.“ Ende des Jahres will Breitsameter die Pläne der Öffentlichkeit vorstellen. „Wenn es gelingt, dann sind wir irgendwann in der nachfossilen Ära.“ Und dann könnten die Busse Schlange stehen.

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