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Im Rahmen des Neujahrsempfangs zeichneten Bürgermeisterin Christine Borst (li.) und ihre Stellvertreterinnen vor rund 100 Festgästen (v.l.) Sonia Welski-Preißer, Thomas Schaffert, Brigitte Malik und Ludwig Götz aus.

Neujahrsempfang

Krailling zeichnet verdiente Bürger aus

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Wie viele Gemeinden zeichnet auch Krailling immer wieder verdiente Bürger mit einer Medaille aus. Jetzt wurden gleich vier neue Träger gekürt.

Krailling– Musikalische Zwischenspiele haben bei der Verleihung der Kraillinger Bürgermedaillen Tradition. Beim Neujahrsempfang der Gemeinde am Mittwochabend war die Musik jedoch nicht bloße Nebensache, sie dominierte den Festakt. Und das nicht nur, weil Gitarrist Ricardo Volkert und Cellist Jost-H. Hecker den Sitzungssaal des Rathauses zwischen den Lobreden mit andalusischen Volksliedern in eine Flamenco-Bar verwandelten. Auch zwei der drei aktuellen Preisträger sind Musiker. Weshalb die rund 100 geladenen Gäste aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft in einen Kanon einstimmen durften: „Wo man singt, lass’ dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder – nur Radio und Fernsehapparat.“

Singen gehört für Chorleiter Ludwig Götz (64) nun mal zu einem „perfektem Fest“ dazu. Und Götz zum Würmtal, wie Bürgermeisterin Christine Borst in ihrer Laudatio betonte: „Der Kirchenmusiker ist aus der Pfarrei St. Elisabeth, dem Verein Musica Sacra und aus der Kulturlandschaft des Würmtals nicht mehr wegzudenken.“ Götz habe sich weltlichen und vor allem sakralen Klängen mit Leib und Seele verschrieben, seit er vor 37 Jahren erstmals an der Orgel von St. Elisabeth Platz nahm. Die Bürgermeisterin vergaß nicht zu erwähnen, dass ihm ihre Gemeinde kürzlich „die größte Freude“ bereitet habe – mit der neuen Orgel der Filialkirche St. Margaret direkt gegenüber von seinem Wohnhaus.

Für ein musikalisches Intermezzo sorgte ein weiterer Preisträger. Mit Gitarre stimmte Thomas Schafffert (60) eine „selbstironische Daseinsanalyse in bairischer Mundart“ an. Der Leiter der Musikschule Planegg-Krailling setze sein „enormes musikalisches Können“ seit Jahren bei gemeindlichen Veranstaltungen wie dem Kult-Art-Festival, dem Marktsonntag, bei Prozessionen und Konzerten ein, sagte 3. Bürgermeisterin Veronika Sanftl. Darüber hinaus sei er ein Organisationstalent, das für den reibungslosen Ablauf von unzähligen Veranstaltungen im Würmtal sorge. „Man muss auch mal ein Lob verkraften können“, meinte Schaffert mit einem Schmunzeln. Der Musiker, der sich ebenfalls in der Pfarrei St. Elisabeth und im Kulturverein Musica Sacra engagiert, muss derzeit reichlich davon verkraften. Erst vor knapp einer Woche wurde er in der Nachbargemeinde mit der Planegger Bürgermedaille ausgezeichnet.

Die Dritte im Bundes der Geehrten ist Barbara Malik (72). Sie setzt sich seit Anfang der 90er Jahre für die enge Verbindung Kraillings zu der südfranzösischen Partnerstadt Paulhan ein und ist Gründungsmitglied des örtlichen Freundeskreises. Sie habe sich seit 2009 als dessen Vorsitzende und Nachfolgerin von Karl Blunser-Tietjens große Verdienste um die Partnerschaft erworben, erklärte 2. Bürgermeisterin Karin Wolf. Der Verein bereichere durch sein Mitwirken an Veranstaltungen aber auch das öffentliche Leben der Gemeinde. Malik gab das Lob an die Mitglieder weiter. Ihr Verein funktioniere wie ein mechanisches Uhrwerk, bei dem die Rädchen ineinandergreifen.

In ihrem Rückblick auf 2016 ging Borst insbesondere auf „das große Thema Asyl“ ein. Die Unterbringung der rund 130 Flüchtlinge im Containerdorf auf der Sanatoriumswiese sei Jahres relativ unproblematisch verlaufen. „Sie haben sich schon sehr gut eingelebt.“ Dies sei vor allem dem Helferkreis Asyl Krailling zu verdanken, sagte Borst. Stellvertretend für dessen Mitglieder zeichnete sie Sonia Welski-Preißer mit einer Ehrenurkunde aus. Diese übte scharfe Kritik an der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Die einstige Willkommenskultur habe sich in eine Ablehnungs- und Abschiebepolitik gewandelt. Dies konterkariere die Integrationsbemühungen der Helferkreise, so Welski-Preißer. In Krailling, wo Afghanen einen Großteil der Asylbewerber stellten, bekomme man dies besonders zu spüren. Bereits traumatisierte Flüchtlinge würden erneut traumatisiert. „Wir sind Zeugen von sehr dramatischen Schicksalen.“ Welski-Preißer appellierte an die Festgäste, sich für ein Umdenken einzusetzen und auf Politiker Einfluss zu nehmen.

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