Steuer-Rekordeinnahmen

Unerwarteter Geldsegen ergießt sich über Krailling

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Die Gemeinde Krailling hat einen Rekordhaushalt verabschiedet.  Und verzeichnet Rekordeinnahmen bei der Gewerbesteuer.

Krailling – Es ist ein Novum. Erstmals seit 31 Jahren war Kämmerer Gerhard Friedrich nicht bei der Verabschiedung des Kraillinger Haushalts zugegen. Und das ausgerechnet in einem Jahr, in dem die Bestmarken nur so purzelten. Nicht nur, dass der Etat der Gemeinde mit einem Volumen von rund 29,4 Millionen Euro ein Rekordniveau erreicht hat, auch die Steuereinnahmen sind so hoch wie nie zuvor. Friedrich konnte dies am Dienstagabend nicht persönlich verkünden, der leidenschaftliche Radfahrer war tags zuvor auf Glatteis gestürzt. Nach Auskunft von Bürgermeisterin Christine Borst erlitt er keine Frakturen, aufgrund seiner Verletzungen werde er aber „für einige Wochen ausfallen“.

Eine frohe Kunde erreichte die Gemeinde kurz vor Weihnachten mit der vorläufigen Jahresrechnung. Da stand fest, dass das Steueraufkommen die schon hohen Erwartungen noch bei weitem übertraf: Einnahmen in Höhe von 5,25 Millionen Euro hatte Friedrich für 2016 veranschlagt, unterm Strich wurden es 7,58 Millionen. Und auch die Prognosen für 2017 sind prächtig. Friedrich, bekanntlich stets überaus vorsichtig bei Kalkulationen, hat im aktuellen Haushalt für die Gewerbesteuer 10 Millionen Euro angesetzt. „Wahrscheinlich werden es an die 15  Millionen“, sagte Bürgermeisterin Borst. Die Gewerbesteuereinnahmen Kraillings haben sich damit innerhalb des letzten Jahrzehnts um 122 Prozent erhöht – vor allem dank der florierenden Firmen im Gewerbegebiet KIM. Borst rechnet damit, dass man bis 2020 Rücklagen von 9 bis 10 Millionen Euro bilden kann. Aufgrund der guten Finanzlage konnte die Gemeinde im Vorjahr die Restschuld für das neue Feuerwehrgerätehaus tilgen und den Kauf des Bauhofgeländes von der Kongregation der Barmherzigen Schwestern stemmen.

„Es ist zwar schön, dass die Gemeinde nun aus dem Vollen schöpfen kann. Dies hindert uns aber nicht daran, dennoch sparsam mit den Geldmitteln umzugehen“, mahnte Rudolf Heidrich (FBK) mit Blick auf die Kosten für die Neugestaltung der Ortsmitte und die Sanierung des gemeindlichen Gebäudes in der Jahnstraße. Er stimmte als einziger gegen den Haushalt. Stephan Bock (SPD) begrüßte die neuen finanziellen Spielräume: „Wir freuen uns natürlich narrisch.“ Ein Hauptziel müsse jetzt sein, bezahlbaren Wohnraum für Kraillinger zu schaffen. Bock forderte angesichts anstehender Millionenprojekte wie der Sanierung der Grundschule einen vorsichtigen Finanzkurs zu steuern und Rücklagen zu bilden. Eleonore Zwißler (CSU) bezeichnete es als enorme Erleichterung, dass die Gemeinde keine Kredite aufnehmen müsse. Damit sei das Damoklesschwert, eine Straßenausbaubeitragssatzung erlassen zu müssen, weit weggerückt.

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