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„Eine riesige Sauerei“: Melanie Maier entfernte im Sommer das blaue Graffiti, inzwischen prangt eine lilafarbene Schmiererei auf den Mülltonnenhäuschen in der Luitpoldstraße.

Luitpoldstrasse

Graffiti-Schmierereien an jeder Ecke

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In der Kraillinger Luitpoldstraße haben erneut ein oder mehrere Sprayer ihr Unwesen getrieben. Graffiti in verschiedenen Farben zieren Stromverteilerkästen, Mülltonnenhäuschen und ein Straßen- sowie Ortsschild. Die Polizei hat wohl einen Verdacht.

WürmtalBereits im Sommer und in den Weihnachtsferien war das Mülltonnenhäuschen von Melanie Maier, Anwohnerin der Luitpoldstraße, Ziel des oder der unbekannten Sprayer. Über die sechs Türen verteilt prangten im Sommer ein blaues und schwarzes Graffiti auf der Mülltonne. „Das blaue Graffiti konnten wir abputzen, beim Schwarzen haben wir nach insgesamt drei Stunden aufgegeben“, sagt Maier. In den Weihnachtsfeiern kam ein lilafarbenes Graffiti dazu, in der vergangenen Woche zwei weitere kleine schwarze.

Auch Straßen- und Ortsschild beschmiert

„Wenn ich die Schmierereien professionell entfernen ließe, würde das rund 1000 Euro kosten. Kurze Zeit später könnten wieder neue Graffiti da sein“, meint Melanie Maier, die das Häuschen daher erst einmal nicht reinigen lässt. Auch auf der Fensterscheibe des ehemaligen Blumenladens in der Luitpoldstraße, mehreren Stromverteilerkästen und dem weißen Zaun der Arztpraxis von Dr. Werner Barran um die Ecke befinden sich seit letzter Woche neue Graffiti in verschiedenen Farben. Selbst ein Straßen- sowie ein Ortsschild sind beschmiert. „Wir sind eine Durchgangsstraße zum S-Bahnhof und wahrscheinlich deshalb betroffen. Der oder die Sprayer haben offensichtlich alles besprüht, was beim schnellen Durchlaufen gut erreichbar war.“

Die gegen den Willen der Eigentümer angebrachten Graffiti sind natürlich Sachbeschädigungen und wurden bereits beim Polizeipräsidium München angezeigt. „Die Ermittlungen werden durch die hoch spezialisierte Koordinierungsgruppe Graffiti München geführt“, sagt Polizei-Sprecher Benjamin Castro Tellez auf Merkur-Anfrage. „Bei den überwiegend bereits abgeschlossenen Ermittlungen der zurückliegenden Sachverhalte ergaben sich keine konkreten Hinweise auf etwaige Tatzusammenhänge“, so Castro Tellez. Die Koordinierungsgruppe wurde bereits im Jahr 2000 eingerichtet. Gemeinsam mit Pädagogen der Jugendhilfe-Einrichtung „Brücke München e.V.“ und der Staatsanwaltschaft wird zudem seit Jahren das „Projekt Graffiti München“ durchgeführt, das sich vor allem auf Schadenswiedergutmachung durch ermittelte Täter fokussiert. „Festgestellte Sachbeschädigungsdelikte sollten stets zur Anzeige gebracht und entsprechende Unterlagen wie Rechnungen vorgelegt werden“, sagt Castro Tellez.

Gemeinde ist machtlos

Die Gemeinde Krailling hat wegen ähnlichen Fällen in den letzten Jahren bereits mehrfach Anzeige erstattet. „Die Graffiti sind für uns natürlich ein sehr großes Ärgernis, wir können als Gemeinde aber kaum etwas dagegen tun, was frustrierend ist“, sagt der geschäftsführende Beamte Franz Wolfrum. Das Rathaus verzichtete diesmal auf eine Anzeige, da „die Graffiti wegwischbar waren und es ohnehin sinnlos ist“, sagt Wolfrum. Die Gemeinde Planegg wurde informiert, da das Straßenschild auf ihrem Gebiet steht. Einmal konnte in den vergangenen Jahren auf eine Anzeige der Gemeinde Krailling ein Täter erwischt werden.

Aufruf auf Facebook

Melanie Maier glaubt, dass Jugendliche hinter den Graffiti stecken und es immer dieselben Sprayer sein könnten. „Als ich mit einer Polizistin telefoniert habe, sagte mir diese, sie hätte bereits eine bestimmte Jugendgruppe im Auge.“ Die Kraillingerin hat außerdem einen Aufruf auf Facebook gepostet, ob jemand die „Handschrift“ der Sprayer kennt. Es hat sich aber noch niemand gemeldet. „Die Graffiti sind einfach eine riesige Sauerei und Sachbeschädigung. Mir kann auch niemand erzählen, dass niemand die Sprayer, die ja schon mehrfach unterwegs waren, aufgefallen sind“, sagt Melanie Maier.

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