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Befüllen der Tankzüge: Zweimal wöchentlich rollt eine Lok mit 20 Waggons in Richtung Tschechien. Bis zum Jahresende 2016 wurden 15 550167 Liter Öl ausgelagert.

Tanklager Krailling

Insolvenzverwalter erhebt Klage

Krailling - Das Kraillinger Tanklager hat einen neuen Besitzer, doch das Insolvenzverfahren der Vorbesitzer ist noch nicht abgeschlossen. In Tschechien läuft jetzt eine Klage. Die Gemeinde Krailling könnte davon profitieren.

Im Kreuzlinger Forst gehen die Dinge ihren geregelten Gang. Zweimal die Woche rollen Züge auf das Gelände des Kraillinger Tanklagers, um die Tanks zu leeren. Derweil schmiedet „Krailling Oils Development“, die neue Besitzerin des eingezäunten Areals, Pläne, wie sie das Tanklager künftig nutzen will.

Doch hinter den Kulissen hat sich der Sturm um die Insolvenz der ehemaligen Besitzerin, der Viktoriagruppe AG, noch nicht ganz beruhigt. Das Insolvenzverfahren ist nicht abgeschlossen. Im Interesse der Gläubiger versucht Insolvenzverwalter Mirko Möllen keine Chance zu verwirken, die Insolvenzmasse noch ein wenig aufzustocken. Die Gemeinde Krailling könnte davon profitieren. Sie ist einer der Gläubiger.

Das Tanklager hat Möllen, wie berichtet, bereits an die Firma „Krailling Oils Development“ veräußert. Den Konflikt mit dem Tschechischen Staat über das von diesem in Krailling eingelagerte Diesel schien er ebenfalls beigelegt zu haben. Doch jetzt läuft in der Tschechischen Republik auf sein Betreiben hin eine Klage. „Es gibt eine Nachforderung“, sagt ein Sprecher des Insolvenzverwalters. Diese Nachforderung beziehe sich auf die Gebühren für die Einlagerung des Kraftstoffs in Krailling. Der Tschechische Staat müsse für die Einlagerung seiner Vorräte bezahlen. Wie viel, das soll jetzt ein Gericht klären. Wie andere Medien berichten, soll es dabei um einen Betrag in Höhe von mehr als zwei Millionen Euro gehen. Sobald die Höhe der Lagergebühren gerichtlich festgestellt worden und das Gerichtsverfahren beendet ist, könnte sich der Sturm um die Viktoriagruppe AG wohl endgültig legen.

In Krailling ist von den Verfahren nichts zu spüren. Die Leerung der Tanks kommt laut Katerina Radostova, Geschäftsführerin von „Krailling Oils Development“ voran. Bis zum Jahreswechsel seien bereits 15,5 der insgesamt vermutlich rund 75 Millionen Liter Diesel nach Tschechien ausgelagert worden. Wie viel die Tanks tatsächlich beinhalten, werde sich erst zeigen, wenn sie komplett leer seien, meint sie. Zu den Plänen ihrer Firma will sie noch nichts Konkretes sagen, „da wir in Verhandlungen sind. Das Tanklager wollen wir weiterhin betreiben und nutzen. Wir wollen aber den Betrieb optimieren, weitere Reparaturen und Renovierungsarbeiten vornehmen“, erklärt sie.

Viktoria Strachwitz

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