Satzung festgelegt

Jugend- und Seniorenbeirat nehmen Gestalt an

  • Andreas Deny
    vonAndreas Deny
    schließen

Die Gemeinde Krailling soll schon bald einen Senioren- sowie Jugendbeirat bekommen. Der Sozial-, Finanz - und Kulturausschuss ebnete dafür jetzt den Weg, sodass man eventuell bereits im Herbst zur Wahl schreiten kann.

Krailling – Ein lang gehegter Wunsch vieler Kraillinger nimmt konkrete Gestalt an: ein Gremium für Senioren, das dem Gemeinderat beratend zur Seite steht. Gleichzeitig soll ein Jugendbeirat geschaffen werden. Der Sozial-, Finanz- und Kulturausschuss segnete jetzt die Satzungsentwürfe für beide Vertretungen ab. Das letzte Wort hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag, 21. Juli.

Den jetzt empfohlenen Satzungen waren im Ausschuss lange Diskussionen vorausgegangen. Strittig war unter anderem, ob Bürger ab 60 oder 65 den Seniorenbeirat wählen und ihm angehören sollten. Imme Kaiser (Grüne) sprach sich für eine Altersgrenze ab dem Rentenalter aus. Andernfalls würde aufgrund der Bevölkerungsstruktur fast die Hälfte aller Kraillinger zur Wahl schreiten. Hannelore Louis-Schmitz, Vorsitzende der Kraillinger Senioreninitiative, appellierte dagegen dringend dafür, Wähler ab 60 zuzulassen. Dem folgte der Ausschuss, ebenso ihrer Bitte, die Anzahl der ehrenamtlichen Seniorenbeiräte von fünf auf sieben anzuheben. „Ich weiß, dass sich sehr viele bewerben wollen“, sagte Louis-Schmitz.

Der Seniorenbeirat soll für drei Jahren gewählt werden und jährlich mindestens sechsmal zusammentreten. Mit großer Mehrheit sprach sich der Ausschuss für ein Quorum aus: Damit ein Seniorenbeirat zustande kommt, müssen sich mindestens zehn Prozent der rund 3000 Bürger im Alter von 60+ an der Briefwahl beteiligen. „Es kann nicht sein, dass nur ein paar Hansel bestimmen“, meinte Bürgermeister Rudolph Haux.

Per Briefwahl sollen auch die fünf Mitglieder des Jugendbeirats bestimmt werden. Was Imme Kaiser im Hinblick auf die Jugend, die vorwiegend Smartphone und Laptop nutzt, für nicht zeitgemäß hielt. Sie schlug deshalb ein Online-Voting vor. Aus ihrer Zeit als Jugendbeauftragte wisse sie, so Kaiser, dass es schwierig sei, Jugendliche zu etwas zu bewegen, wenn man ihnen nicht niederschwellige Angebote mache. Ob eine Online-Wahl rechtlich und technisch möglich ist, will die Gemeinde prüfen lassen. Um die Wahl der Jugendvertretung jedoch nicht zu verzögern, sollen die Jugendlichen im Alter von zwölf bis 24 Jahren ihre Stimme bei der Premiere per Brief abgeben. Voraussetzung, dass sich ein Jugendbeirat konstituiert, ist auch hier, dass sich zehn Prozent der Wahlberechtigten beteiligen.

Kraillings Jugendvertreterin Cosima Schmid-Zeller riet dazu, für die Wahl unbedingt Werbung an den Würmtaler Gymnasien zu machen. „Die Gemeinde wird alle zur Verfügung stehenden Kanäle nutzen“, versicherte Bürgermeister Haux auch mit Blick auf soziale Medien.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Die Leute werden unvorsichtiger“
Die Bereitschaft, Maske zu tragen und Abstände einzuhalten, lässt nach. Das stellt nicht nur die Planegger Gemeindeverwaltung vor Probleme. Sie hat jetzt auf ihrer …
„Die Leute werden unvorsichtiger“
„Traumcafé“: Zuspruch von der Ministerin
Als Modellprojekt für Inklusion ging das „Traumcafé-Team“ vor einem Monat an den Start. Nun bekam es hohen Besuch.
„Traumcafé“: Zuspruch von der Ministerin
Sanierung von Turnhallendach wird immer teurer
Die Sanierung des maroden und undichten Flachdachs der Kraillinger Schulturnhalle kommt die Gemeinde teurer als erwartet. Inzwischen sollen hierfür 250 000 Euro …
Sanierung von Turnhallendach wird immer teurer
Mehr als 100 000 Euro an Betrüger überwiesen
Eine Würmtalerin ist auf einen Internet-Betrüger hereingefallen und hat dabei eine gewaltige Summe Geld verloren.
Mehr als 100 000 Euro an Betrüger überwiesen

Kommentare