Lärmbelästigung

Im Garten der Stille wummern die Bässe

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Es soll ein Ort der Ruhe und Entspannung sein, ein idyllischer Ort, an dem Kraillinger ihre Seele baumeln lassen können: der „Garten der Stille“ an der Margaretenkirche in unmittelbarer Nähe zur Würm. Von Entspannung kann für Ludwig Götz allerdings längst keine Rede mehr sein.

Krailling– „Es ist eine Katastrophe“, sagt der Musiker, der in der benachbarten Villa Linchi wohnt. Abends muss er die Fenster schließen, im Garten ein Buch zu lesen – unmöglich. 

Der „Garten der Stille“ habe sich zu einem Treffpunkt einer Clique junger Menschen entwickelt, berichtet Götz. Bei gutem Wetter käme die Gruppe, sechs bis zehn Personen im geschätzten Alter von 16 bis 20 Jahren, allabendlich an der Kirche zusammen, konsumiere Alkohol und drehe den Ghettoblaster auf. Die Bässe dröhnten ihm in den Ohren, so Götz: „Es ist gnadenlos.“

Nicht einmal während der Maiandacht, die der Kirchenmusiker von St.Elisabeth in der Margaretenkirche musikalisch gestaltet hatte, habe draußen Ruhe geherrscht. „Das ist denen egal.“ Er wundert sich, dass nicht mehr Anwohner bei der Gemeinde vorstellig werden und sich beschweren. Die Bezeichnung „Garten der Stille“ sei inzwischen ein Witz, sagt Götz.

Im Kraillinger Rathaus ist das Problem bekannt, erst kürzlich sei es Thema in einem Ausschuss gewesen, sagte Bürgermeisterin Christine Borst auf Anfrage. Sie hofft, das Problem schnell in den Griff zu bekommen, ähnlich wie am Bergerweiher. Auch dort hatten sich in der Vergangenheit regelmäßig Jugendliche getroffen, gegrillt und Alkohol konsumiert. Das Aufstellen eines Verbotsschildes und vermehrte Polizeistreifen hätten aber schnell Erfolg gezeigt, so die Bürgermeisterin. Auch im „Garten der Stille“ will man jetzt ein Schild aufstellen lassen und für Ruhe sorgen. Borst: „Die Polizei soll künftig öfter vorbeischauen.“

Rubriklistenbild: © dpa

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