Margaretenstraße

Kosten für neues Kraillinger Ortszentrum schnellen in die Höhe

Die Kraillinger Ortsmitte soll zu einem barrierefreien, verkehrsberuhigten Geschäftsbereich umgebaut werden.

Unbeeindruckt von der jüngsten Unterschriftenaktion zur Einberufung einer Bürgerversammlung treibt die Gemeinde Krailling die Planungen für die Neugestaltung der Ortsmitte voran. Die kommt allerdings weit teurer als erwartet.

Krailling – Für die Umgestaltung des Kraillinger Ortszentrums in einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich wird die Gemeinde Krailling mehr Geld in die Hand nehmen müssen, als ihr lieb ist. Für den südlichen Bereich der Margaretenstraße müsse mit einer Kostensteigerung von 18 Prozent gerechnet werden, erklärte Planer Timo Herrmann vom Büro der bbz Landschaftsarchitekten aus Berlin am Dienstagabend im Bauausschuss. Statt der ursprünglich in der Entwurfsplanung veranschlagten 2,87 Millionen Euro erwartet man nunmehr Kosten in Höhe von 3,41 Millionen. Für die gesamte Baumaßnahme inklusive des nördlichen Teils der Margaretenstraße müssen laut Herrmann nach derzeitigem Stand der Berechnungen 5,76 Millionen aufgebracht werden.

Die beträchtliche Kostenmehrung ist nicht allein auf den – auch durch Bürgerproteste – um ein Jahr verzögerten Baubeginn und die damit höheren Baupreise zurückzuführen. Vor allem gibt es neue Anforderungen der Wasserwirtschaft. Um den Ablauf von Regenwasser zu gewährleisten, müssen künftig mehr Sickerkästen installiert werden, im Bauabschnitt südliche Margaretenstraße insgesamt 30 an der Zahl. Hinzu kommt, dass man diesen im Landkreis Starnberg neuerdings Absetzschächte für Sedimente vorschalten muss.

Mit 48 000 Euro schlägt außerdem die Pflanzung von sechs Platanen zu Buche, die auf dem Paulhanplatz für mehr Grün sorgen sollen (wir berichteten). Dem Platz – wie von den Berliner Planern vorgesehen – durch ein Versetzen des Maibaums zusätzliche Attraktivität zu verleihen, stieß allerdings auf Widerstand. Ein Ensemble aus Maibaum und Platanen würde nicht harmonieren, meinte Bürgermeisterin Christine Borst. Das sah auch Dietlind Freyer-Zacherl (FBK) so: „Das Gleichgewicht würde nicht mehr stimmen.“ Indem man den Maibaum auf der Maibaumwiese belasse, habe der Bürger auch ein Faustpfand, dass man das Grundstück in Zukunft nicht vollständig bebauen werde, sagte Werner Engl (Grüne). Letztlich stimmte nur Mathias Walterspiel (CSU-Fraktion) für den „zentralen Standort“ am Pa

ulhanplatz. Versetzt werden müsse der Maibaum aber in jedem Fall, wie Herrmann ausführte. Da der Mitterweg künftig anders auf die Pentenrieder Straße mündet, würde dieser ansonsten auf dem Bürgersteig stehen.

Gegen den Vorschlag der Planer entschied sich der Ausschuss auch hinsichtlich des öffentlichen Bücherschranks, den man beim Bader-Brunnen aufstellen will. Statt der Farbe Grau soll er nun ein dunkles Rot und damit mehr Aufmerksamkeit erhalten.

Gegen die Stimme von Freyer-Zacherl segnete der Ausschuss die Planung und die neuen Kostenberechnungen ab. Das letzte Wort hat jetzt der Gemeinderat. Er tagt das nächste Mal am 25. September. Die Bürgerversammlung zur neuen Ortsmitte soll laut Rathaus Anfang Oktober stattfinden.

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