Pflegemaßnahmen sind für den Bergerweiher immer wieder erforderlich. 2012 ließ die Gemeinde den Teich von flutendem Hahnenfuß befreien.

Sanierung des Bergerweihers kommt auf 500 000 Euro

Kosten schocken Gemeinderäte

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500 000 Euro für die Sanierung des Bergerweihers: Da mussten die Gemeinderäte erst mal schlucken.

Krailling – Baden ist im Kraillinger Bergerweiher nicht mehr das reine Vergnügen. Die zunehmende Algenbildung und Verschlammung durch Laubeintrag und Treibgut trüben den Spaß, in dem idyllischen Gewässer an der Würm ein wenig zu schwimmen. Die Gemeinde will den Badeweiher aber erhalten und deshalb sanieren lassen. Die grobe Kostenschätzung von Umweltreferentin Susanne Brittinger schockte am Dienstagabend allerdings erst einmal die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses.

Kostenintensiv dürfte vor allem die Entschlammung des Teichs werden. Was die Reinigung des Weihers auf dem Gelände des Gräfelfinger Altenheims St. Gisela zeigt: Für den Schlammaushub und die Entsorgung als Sondermüll fielen dort Kosten in Höhe von rund 90 000 Euro an. Und die Fläche des Weihers ist nicht einmal halb so groß wie die des Bergerweihers (820 m2 gegenüber 1840 m2). Ein großes Fragezeichen steht außerdem hinter der Schlammstärke. „Da gibt es nur vage Vermutungen“, erklärte Brittinger. Für eine Entschlammung müsste die Gemeinde nach Abpumpen des Wassers zudem Fische wie auch Amphibien in die Würm und umliegende Biotopflächen umsetzen lassen.

Von Überlegungen, durch einen zweiten Zulauf in Zukunft für eine bessere Durchströmung des Weihers zu sorgen, rät das Wasserwirtschaftsamt aufgrund der örtlichen Gegebenheiten ab. Allenfalls sei eine Verlegung des Zulaufs in südliche Richtung oder eine Verbreiterung zu erwägen. In beiden Fällen werde jedoch weiterhin ein Teil des Weihers nicht durchströmt, gibt die Behörde zu bedenken. Das Durchwälzen des Wassers mittels einer Pumpe, um Schlammpartikel vom Weiher in die Würm zu spülen, biete auch keine Lösung. Dies sei über einen längeren Zeitraum nicht zulässig.

Adrienne Akontz (Grüne) unterstützte den Vorschlag, nahe des Zulaufs ein Absetzbecken einzubauen. „Sonst haben wir das Problem in ein paar Jahren wieder.“ Über ein derartiges Becken sollen etwa durch Schwellen Schwebstoffe ausgefiltert werden, bevor sie in den Weiher gelangen.

Für sämtliche Maßnahmen inklusive einer Neubepflanzung veranschlagte Brittinger grob Kosten im Bereich von 500 000 Euro. „Damit haben wir nicht gerechnet“, konstatierte Bürgermeisterin Christine Borst, Dafür könne man gleich einen neuen Weiher anlegen lassen, meinte Werner Engl (Grüne). Richard Siebler (CSU-Fraktion) räumte ein, dass es sich um „gewaltige Kosten“ handle. Dennoch plädierte er dafür, den Badeweiher zu erhalten. „Dieses Geld müssen wir in die Hand nehmen.“ Fraktionskollege Mathias Walterspiel schlug einen Stufenplan vor.

Der Ausschuss kam überein, zunächst die Schlammstärke und genauere Kosten ermitteln zu lassen. Inwieweit der vom Büro Terrabiota ausgearbeitete Sanierungskatalog umgesetzt wird, will man später entscheiden. Ob noch vor der nächsten Badesaison Maßnahmen ergriffen werden, ist allerdings fraglich.

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