Alter Wirt Krailling
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Florian Egner hat im Alten Wirt nun das Sagen: Der langjährige Restaurantleiter der Traditionsgaststätte ist Würmtaler Urgestein und hat die Wirtschaft als Pächter übernommen. Eröffnung soll in den ersten Juni-Tagen sein. 

Florian Egner übernimmt

„Alter Wirt“ mit neuem Wirt

  • Peter Seybold
    vonPeter Seybold
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Der Alte Wirt in Krailling eröffnet Anfang Juni unter neuer Leitung wieder. Florian Egner, der bereits zuvor Restaurantleiter war, hat einiges beim Alten gelassen, anderem wie der Einrichtung seine „eigene Handschrift“ aufgedrückt.

Krailling– Seit neun Jahren ist Florian Egner im Alten Wirt tätig. Als Restaurantleiter fungierte der 35-Jährige als rechte Hand der vorherigen Pächterin Susanna Möller. „Es war dann schon länger im Gespräch, dass ich irgendwann als Pächter übernehmen könnte“, erzählt Egner. Als vor einigen Monaten Susanna Möller sich privat und beruflich endgültig neu orientierte, nutzte Egner die Gelegenheit und übernahm die traditionsreiche Gaststätte an der Würm – auch wenn dies natürlich stets ein finanzielles Risiko darstellt. „Es hat jetzt gepasst. Wenn ich es nicht gemacht hätte, hätte ich es wahrscheinlich später bereut“, sagt Egner. Im Zuge des Pächterwechsels schloss der Alte Wirt für einige Zeit zu Renovierungsarbeiten. Aufgrund der Corona-Ausnahmesituation verlängerte sich die Schließungszeit gezwungenermaßen. Anfang Juni soll es in dem Gasthaus nun wieder losgehen.

In Krailling aufgewachsen

Florian Egner ist in Krailling aufgewachsen, besuchte dann die Realschulen in Tutzing und Germering und machte eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Durch seine Tante Sabine Clonisch, die bis 2016 das Cross Countries betrieb und nun im Planegger Mi Casa Su Casa arbeitet, „kam ich von klein auf mit der Gastronomie in Berührung und jobbte bei meiner Tante auch neben Schule und Ausbildung.“ Schließlich blieb er dauerhaft in der Branche.

Beim Alten Wirt möchte der Kraillinger nun bei Weitem nicht alles, aber doch manches verändern: So soll es künftig noch mehr wechselnde Saisonkarten mit je nach Jahreszeit zum Beispiel Schwammerln, Kürbis, Spargel und Wild geben. Die Standard-Speisekarte im Gasthaus bleibt weitgehend gleich, im Außenbereich im Biergarten gibt es eine Reihe von Neuigkeiten und Tages-Specials wie Steckerlfisch oder Rollbraten. Draußen gibt es zudem eine neue Außenküche. „Auch die Bierpflege möchte ich noch mehr berücksichtigen, also zum Beispiel noch mehr darauf achten, dass das Bier schön eingeschenkt und gut temperiert ist“, erklärt Egner. Im Gasthaus hat Egner Teile des Mobiliars ausgetauscht, neue Bilder aufgehängt, eine neue Beleuchtung installiert und neue Accessoires für die Bar gekauft. „Ich habe versucht, in die Optik noch mal richtig Liebe reinzustecken und eine Kern-Renovierung gemacht, durch die alles noch gemütlicher ist.“

Es bleibt bayerisch-traditionell

Rund 70 Prozent des Personals sind gleich geblieben. Den beliebten Mittagstisch gibt es unter der Woche ebenso nach wie vor. Auch an der grundsätzlich bayerisch-traditionellen Ausrichtung des Alten Wirts ändert sich nichts.

Aufgrund der derzeitigen Ausnahmesituation plant das Gasthaus direkt zum Start keine große Eröffnungsfeier. Egner will aber künftig Sommerfeste oder andere Veranstaltungen organisieren – vielleicht auch ein kleines Fest als Wiesn-Ersatz, wo Egner stets im Bräurosl-Zelt der Planegger Familie Heide kellnerte. Alles wird sich aber natürlich daran orientieren, wie sich die allgemeine Lage entwickelt. „Ich hatte wahnsinniges Glück, denn aufgrund des Wechsels und der Schließung waren unsere Mitarbeiter ohnehin ausgestellt. Die Brauerei hat uns zudem die Pacht erlassen“, erzählt Florian Egner. So hielt sich der finanzielle Schaden der Corona-Krise für den Alten Wirt in gewissen Grenzen. „Wenn die Fallzahlen aber wieder hochgehen und eine zweite Schließung notwendig wird, werde ich dies wohl nicht noch mal durchhalten.“

Um so mehr freuen sich Florian Egner, seine acht Festangestellten sowie die Aushilfen darüber, dass viele Stammkunden bereits ihr baldiges Wiederkommen angekündigt haben. „Es haben viele angerufen, wann wir wieder öffnen und dass sie sich darauf freuen. Alleine auf dem Anrufbeantworter waren binnen kurzer Zeit 15 Anrufe“, erzählt Egner – und ist daher für einen erfolgreichen Start optimistisch.

Der Alte Wirt liegt mitten in der Ortsmitte.

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