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Die Römerstraße , hier auf Höhe der Reitsportanlage Frohnloh, befindet sich in sehr schlechtem Zustand. Auf eine Sanierung müssen Autofahrer aber weiter warten. 

Sanierung wegen leerer Kassen abgelehnt

Die Römerstraße bleibt marode

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Die Römerstraße ist im Bereich zwischen Pentenrieder Straße und Lindauer Autobahn in einem üblen Zustand und müsste dringend saniert werden. Der Kraillinger Bauausschuss hat dies jedoch am Dienstag angesichts leerer Kassen abgelehnt.

Krailling – Eigentlich hat die Gemeinde Krailling die Sanierung der Römerstraße schon lange auf dem Schirm. Im vergangenen Jahr wurden hierfür 400 000 Euro in den Haushalt eingestellt, heuer wurde der Betrag um weitere 100 000 Euro aufgestockt. Doch passieren wird nichts. Der Bauausschuss verschob die Baumaßnahme am Dienstag auf unbestimmte Zeit, obwohl sich Bürgermeister Rudolph Haux und Bauamtsleiter Sebastian Beel im Rahmen der zur Verfügung stehenden Finanzmittel zumindest für die Sanierung eines Teilbereichs stark gemacht hatten.

Komplettsanierung käme auf mehrere Millionen Euro

Dass eine Komplettsanierung der 13 400 Quadratmeter umfassenden Straßenfläche angesichts der angespannten Finanzlage nicht in Frage kommt, war auch Sebastian Beel klar. Hierfür hätte die Gemeinde mehrere Millionen Euro aufbringen müssen. Der Bauamtsleiter schlug angesichts des schlechten Straßenzustands aber vor, zumindest einen Anfang zu machen und rund 40 Prozent der Strecke in Angriff zu nehmen – beginnend an der Autobahnbrücke Richtung Gut Hüll, da die Straße hier die größten Beschädigungen im Unterbau aufweist. Untersuchungen im Herbst und Sommer vergangenen Jahres hatten ferner ergeben, dass die notwendige Mindestdicke der Beläge vielerorts deutlich unterschritten wird, was Risse in der Straßendecke zur Folge hat. Außerdem fehle den Banketten die nötige Stabilität, hieß es in der Sitzungsvorlage: „Dies führt zu den vorhandenen Einbrüchen im Randbereich der Straße.“

Teer im Unterbau festgestellt

Um Geld zu sparen, hatte das beauftragte Ingenieurbüro Zimmermann & Partner empfohlen, lediglich 1400 der 13 400 Quadratmeter Straßenfläche als Komplettsanierung auszuführen und die restliche Fläche mit einem Asphaltüberzug in einer Dicke von zehn Zentimeter zu versehen. Für die Baumaßnahme sind Kosten von insgesamt einer Million Euro veranschlagt. Im Zuge einer Sanierung müssten auch Schadstoffe teuer entsorgt werden, unter anderem Teer, der bei Probebohrungen im Unterbau festgestellt worden war.

Wie es um Kraillings Finanzen aktuell steht, sollen die Gemeinderäte am kommenden Dienstag von Kämmerer Michael Aßmus in einer nicht-öffentlichen Sitzung erfahren. Dies wollte die Mehrheit der Ausschussmitglieder aber nicht mehr abwarten, mit 6:3 Stimmen lehnte sie die Sanierung der Römerstraße zum jetzigen Zeitpunkt ab. „Irgendwo muss man zu sparen anfangen“, konstatierte Werner Engl (Grüne).

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