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Jeder Stuhl besetzt: Mehr als 200 Bürger kamen am Dienstag zur Gemeindeversammlung in die Mehrzweckhalle des TV Planegg-Krailling.

Krailling: Alle wollen neuen Bürgermeister erleben

Gewaltiger Andrang auf Bürgerversammlung

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Mit dem Amtsantritt des neuen Bürgermeisters Rudolph Haux steigt in Krailling offenbar auch das Interesse an der Ortspolitik. Der Andrang zur Bürgerversammlung am Dienstag war jedenfalls gewaltig.

Krailling – Wer Zweifel gehegt hatte, ob für die Kraillinger Bürgerversammlung ein Umzug von der Schulturnhalle in die größere Mehrzweckhalle wirklich erforderlich war, wurde am Dienstagabend schnell eines Besseren belehrt. Die Menschen strömten zum TV Planegg-Krailling,die Bestuhlung mit 200 Sitzplätzen reichte nicht aus. Dabei gab es diesmal kein politisches Reizthema. Und so war der neue Bürgermeister Rudolph Hauxin erster Linie um eine Bestandsaufnahme bemüht – vor allem im Hinblick auf die Finanzen.

Haux machte erneut deutlich, dass die Gemeinde momentan jeden Cent zweimal umdrehen muss. Nach Einbruch der Gewerbesteuer heißt es jetzt für die fetten Jahre bezahlen, insbesondere für 2017, als die Einnahmen auf 15,8 Millionen Euro hochschnellten. In diesem Jahr müssen deshalb 9,8 Millionen als Umlage an den Landkreis Starnberg abgeführt werden. Gleichzeitig steigen die Personalkosten, unter anderem wegen Tariferhöhungen, um 550 000 Euro auf 3,8 Millionen. In den Straßenbau will die Gemeinde 2019 rund eine  Million investieren. Hinzu komme, so Haux, „ein dicker Posten“: Die sogenannte Rialtobrücke muss die Gemeinde für 600 000 Euro sanieren lassen.

Nach der Kostenexplosion ruht derzeit die Ortsmitteplanung, abgesehen vom geplanten Zugang der Margaretenstraße zur neuen Würmbrücke (wir berichteten). Wie es weitergehe, müsse der Gemeinderat in nächster Zeit entscheiden, sagte Haux. Vorrang besitze für ihn aber die Sanierung der Grundschule, die Räumlichkeiten seien für moderne Schulkonzepte nicht mehr zeitgemäß. „Die Schule ist eine Pflichtaufgabe mit drei Sternchen.“ Für die Sanierung waren zuletzt Kosten von rund 17 Millionen veranschlagt. Ob dies noch wirtschaftlich oder ein Neubau die bessere Lösung sei, müsse erneut hinterfragt werden, so Haux.

Einen Antrag aus der Bürgerschaft gab es diesmal nicht. Sehr wohl aber Anliegen und Wünsche. Michael Bär monierte, dass in der Luitpoldstraße der Zebrastreifen von Autofahrern übersehen werde, und forderte Verbesserungen. Zudem seien viele Verkehrsteilnehmer zu schnell unterwegs. Die Raserei beklagte auch Christine Marzen in der Muggenthalerstraße. Sie plädierte zudem dafür, am Standort Fleckhamerstraße für die Glassammlung unterirdische Container aufzustellen. Ein Wunsch, der sich laut Haux aus Kostengründen derzeit nicht realisieren lässt.

Wilfried Tettweiler regte an, Gespräche mit Baldur Trinkl aufzunehmen und ihn dazu zu bewegen, das einstige Würmbad wieder zu öffnen. Patricia Flasshoff bedauerte, dass das Idyll Bergerweiher inzwischen verschlammt und Schwimmen nur noch etwas für Hartgesottene sei. Sie wünsche sich einen Weiher, in dem sich nicht nur Karpfen wohlfühlen.

Ideen und Vorschläge können Bürger übrigens im Rahmen der Aktion „Ihre Meinung zählt“ bis 31. Juli über die Homepage an die Gemeinde schicken. Ein Angebot, das eine Bürgerin nächtens gleich nutzte.

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