Das Kraillinger Unternehmen KL Technik hat in der Corona-Krise Flexibilität bewiesen und mit einer findigen Idee reagiert: Die Würmtaler fertigen nun Gesichtsvisiere, die Vorteile gegenüber herkömmlichen Masken haben.
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Trotz Corona den Durchblick behalten: KL-Technik-Geschäftsführer Gunter Kadegge (li.) und Technischer Leiter Sebastian Burz. 

Kraillinger Unternehmen beweist Flexibilität

KL Technik hat Corona-Schutz im Visier

Das Kraillinger Unternehmen KL Technik hat in der Corona-Krise Flexibilität bewiesen und mit einer findigen Idee reagiert: Die Würmtaler fertigen nun Gesichtsvisiere, die Vorteile gegenüber herkömmlichen Masken haben.

KraillingKL Technik ist auf die Herstellung von Prototypen für Kunststoffteile und einfache Spritzgussteile spezialisiert. Als Zulieferer für die Automobilindustrie, die Medizintechnik und für Konsumgüter ist das Unternehmen seit 1992 erfolgreich am Markt. Den Geschäftseinbrüchen, die auf die Ausbreitung des Coronavirus folgten, begegnete die Unternehmensführung mit Kreativität und sattelte kurzerhand auf die Produktion von Gesichtsvisieren um.

Die neue Geschäftsidee begann als Hilfsmaßnahme. „Durch den Knick in der Automobilbranche hatten wir plötzlich Kapazitäten frei und wollten etwas für die medizinische Versorgung in Deutschland tun“, berichtet Sebastian Burz, Technischer Leiter von KL Technik. Das Unternehmen reichte die Idee beim Katastrophenstab der Bayerischen Staatsregierung ein, und kurz darauf kam es über diesen Kanal zur ersten Anfrage: Das Landratsamt Starnberg orderte 500 Visiere, 100 Stück spendete das Unternehmen zusätzlich als unterstützende Maßnahme.

Durchsichtige Plastikscheiben verbergen Mund nicht

Anders als Gesichtsmasken verbergen Gesichtsvisiere den Mund nicht. Die durchsichtigen Plastikscheiben, die vor das Gesicht geklappt werden, sind insbesondere für Menschen, die unter einer Maske nur schwer atmen können, vorteilhaft. Um zu verstehen, worauf es in der Praxis ankommt, ließ sich das Unternehmen vom Bayerischen Roten Kreuz beraten. Als Ergebnis ist das Design der Visiere besonders leicht und kommt vollständig ohne Schaumstoff aus. „Das Visier kann dadurch sehr zuverlässig gereinigt werden und eignet sich für den Mehrfachgebrauch“, erklärt Sebastian Burz. Mit dem Produkt adressiert KL Technik jegliche Art von Unternehmen, die Bedarf an Schutzkleidung haben. Bis zu 1000 Gesichtsvisiere kann KL Technik derzeit pro Tag produzieren, die Visiere sind CE-zertifiziert.

Die Entscheidung über den Einsatz von Gesichtsvisieren liegt bei den Bundesländern. Nach aktuellen Aussagen des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit dürfen Gesichtsvisiere gegenwärtig nur als Ergänzung zur Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. „Auch unser Visier ist hier keine Ausnahme und darf momentan nur als zusätzlicher Schutz getragen werden“, so Burz, „Wir hoffen, dass vom Gesetzgeber noch neue Vorgaben kommen. Für viele Berufsgruppen ist das ständige Tragen einer Mund-Nasen-Maske eine große Belastung.“

Zusätzlicher Schutz

Der zusätzliche Schutz durch ein Visier sei insbesondere in Berufsgruppen, bei denen ein enger Kontakt nicht zu vermeiden ist, eine sinnvolle Maßnahme. Dazu zählten vor allem der medizinische Bereich sowie alle Bereiche, in denen es um die Pflege oder Betreuung von Menschen gehe. „Gerade auch im Kindergarten könnte unser Visier gut eingesetzt werden“, sagt Sebastian Burz. „Die Kinder können die Mimik der Erzieherinnen aufgrund der Maske derzeit nicht wahrnehmen. Dies ist aber für die kindliche Entwicklung sehr wichtig.“

Auch für Normalverbraucher seien die Gesichtsvisiere auf Anfrage erhältlich. Der Einzelpreis variiere als Staffelpreis zwischen 18 und 13 Euro netto.

Das Visier ergänzt die Maske: die Nachbarschafts-Näher.

Alexandra Joepen-Schuster

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