Plus von über 100 Prozent

Krailling rechnet mit Steuerrekord

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Kraillings Steuerkraft scheint 2017 zu explodieren. Dank der KIM rechnet der Kämmerer heuer mit einer Verdoppelung der Gewerbesteuereinnahmen.

Krailling– Krailling stößt finanziell in neue Dimensionen vor. Die Gewerbesteuer spült heuer mehr als 16 Millionen Euro in den Gemeindesäckel. Ein Plus von mehr als 100 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Kämmerer Gerhard Friedrich kann zu Beginn des nächsten Jahres beruhigt in Ruhestand gehen. Die Gemeinde Krailling ist nicht nur schuldenfrei, sie ist finanziell inzwischen auf Rosen gebettet. Nach aktuellem Stand wird Friedrich für dieses Jahr Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von rund 16,3 Millionen Euro verbuchen, mehr als das Doppelte vom Vorjahr (2016: 7,6 Mio. Euro). Womit der ohnehin schon sehr optimistische Haushaltsansatz von 10 Mio. Euro nochmals bei weitem übertroffen wurde. „Die Zahlen sind gigantisch“, sagt der Kämmerer. Als er 1986 Finanzchef im Rathaus wurde, lagen die Einnahmen aus der Gewerbesteuer im Bereich von 1,3 bis 2,5 Millionen D-Mark.

Dass Kraillings Steuerkraft derart explodiert ist, verdankt es dem Gewerbegebiet KIM. Von 2001 bis 2017 haben die Unternehmen der Innovationsmeile Gewerbesteuer in Höhe von 55,5 Millionen Euro an die Gemeinde abgeführt. Mit EOS, dem weltweit führenden Technologieanbieter im industriellen 3D- Druck, hat man nun überdies einen Goldesel im Stall. 2016 betrugen die Steuereinnahmen aus der KIM 5,4 Mio. Euro, 2017 werden es circa 13,5 Millionen Euro sein.

Dagegen nimmt sich die Einkommensteuer bescheiden aus, obwohl Krailling dank guter Konjunktur auch hier deutlich zulegt. Friedrich rechnet mit Einnahmen von 6,94 Mio. Euro (2016: 6,3 Mio.), im Haushalt waren 6,6 Mio. Euro einkalkuliert.

Die Rekordeinnahmen werden es Krailling erleichtern, anstehende Großinvestitionen zu bewältigen. Für die Neugestaltung des südlichen Bereichs der Margaretenstraße sind – ohne Planungskosten – 2,8 Mio. Euro veranschlagt, für die Schulerweiterung in 2019/2020 insgesamt 4 Mio. Und dann wünscht man sich in Krailling ja noch ein Bürgerhaus.

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