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Vorbild Bad Birnbach: In dem niederbayerischen Kurort setzt die Deutsche Bahn seit vergangenem Jahr im Rahmen eines Pilotprojektes einen autonom fahrenden Minibus zwischen Ortszentrum und Therme ein. 

Öffentlicher Personennahverkehr

Pilotstrecke für selbstfahrenden Bus

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Geht es nach Mathias Walterspiel, so muss die Gemeinde Krailling in der Verkehrspolitik neue Wege beschreiten.

 Krailling – „Das Verkehrsproblem wird immer dringender, und wir können keine neuen Straßen mehr bauen“, sagte der Gemeinderat (CSU-Fraktion) in der jüngsten Sitzung. Ihm schwebt vor, dass im öffentlichen Nahverkehr künftig selbstfahrende Elektrobusse ohne Luft- und Lärmbelastung verkehren. Ein entsprechender Antrag wurde grundsätzlich befürwortet.

Modelle hierfür gibt es bereits: Im Rahmen eines Pilotprojekts setzt die Deutsche Bahn seit Oktober 2017 im niederbayerischen Bad Birnbach (Kreis Rottal-Inn) erstmals einen autonom fahrenden Bus im regulären Betrieb ein. Der elektrisch betriebene Minibus bietet Platz für zwölf Passagiere (sechs Steh- und sechs Sitzplätze) und pendelt zwischen Ortszentrum und der Therme. Auf der 700 Meter langen Strecke ist er mit 15 km/h unterwegs.

Walterspiel spricht sich dafür aus, der Deutschen Bahn und anderen potenziellen Betreibern die Strecke zwischen dem Kraillinger Gewerbegebiet und dem S-Bahnhof Planegg als weiteres Pilotprojekt vorzuschlagen und Möglichkeiten der Realisierung prüfen zu lassen. Des Weiteren solle sich die Gemeinde über laufende Pilotprojekte informieren und mit den jeweiligen Projektleitern Kontakt aufnehmen. Auch im österreichischen Koppl nahe Salzburg verkehrt beispielsweise ein selbstfahrender Elektrobus, den der Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland im November getestet hat. Der Zweckverband, der den ruhenden und fließenden Verkehr in den Würmtal-Gemeinden überwacht, hat es sich auch auf die Fahnen geschrieben, seine 120 Mitgliedskommunen bei den Herausforderungen durch neue Mobilitätsformen zu begleiten. Daher wurde die „Verkehrssicherheit“ aus dem Namen gestrichen und durch das Wort „Dienstleistungszentrum“ ersetzt.

Bürgermeisterin Christine Borst erklärte, sie sei ein Freund von Visionen. Man müsse ausloten, wie Bad Birnbach zu dem Projekt gekommen sei. Auch Dietlind Freyer-Zacherl (FBK) begrüßte den Vorstoß. „Wenn das Zukunftsmusik ist, bin ich dabei.“ Bedenken meldete dagegen Adrienne Akontz (Grüne) an. Sie hielt die Strecke zwischen der KIM und dem Planegger Bahnhof für ungeeignet. Es sei problematisch, wenn dort auf einer Strecke mit zugelassener Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h ein Elektrobus „rumzuckelt“. Der Gemeinderat sprach sich jedoch für den Antrag aus. Mit 15:5 Stimmen beschloss er, die Verwaltung solle Sondierungsgespräche aufnehmen.

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