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Podiumsdiskussion in einer Werkhalle der KIM: Unter der Moderation von Robert Sterner erläuterten Henrik Jörgens (CSU), Adrienne Akontz (Grüne) und Rudolph Haux (FDP) ihre Positionen (Foto v.li.).

Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl

Kandidaten beziehen Stellung

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Wird Kraillings neuer Bürgermeister künftig eine unternehmerfreundliche Politik machen? Im Vorfeld der Wahl am 12. Mai fühlten die beiden Kraillinger Gewerbeverbände den drei Kandidaten schon mal auf den Zahn.

Krailling– Es ist die erste Zusammenarbeit des Gewerbeverbands Krailling mit dem Unternehmerverband KIM und somit eine Premiere: Gemeinsam lud man am Donnerstag die drei Kraillinger Bürgermeister-Kandidaten in das Gewerbegebiet KIM ein, um sie in einer Werkhalle der Firma KL Technik zu vorformulierten Fragen von Gewerbetreibenden Stellung beziehen zu lassen. Unter der Überschrift „Ökologie & Ökonomie – Konflikt oder Chance“ natürlich in erster Linie zu wirtschaftsrelevanten Themen. Die Podiumsdiskussion moderierte Robert Sterner, Nachrichtenchef von Radio TOP FM.

Wirtschaftsfeindlich gab sich keiner der drei Kandidaten. Doch setzten Adrienne Akontz (Grüne) Rudolph Haux (FDP) und Henrik Jörgens (CSU) bei der Frage, wie sich Wirtschaftswachstum und Naturschutz vereinbaren lassen, unterschiedliche Akzente. Man müsse diesen Konflikt minimieren, Wirtschaftswachstum dürfe nicht länger mit steigendem Flächen- und Ressourcenverbrauch einhergehen, betonte Akontz. Eine Erweiterung des Gewerbegebiets besitze für sie derzeit keine Priorität, man müsse die KIM konsolidieren, sagte die ehemalige Gemeinderätin.

Das sah Haux anders. „Konsolidierung ist für mich immer ein Schritt zurück“, erklärte der Kraillinger FDP-Ortsvorsitzende. Ökonomie und Ökologie könnten sich gut vertragen, man müsse nur die richtigen Akzente setzen. Wichtig sei in erster Linie, dem Gewerbe Möglichkeiten zu bieten, sich weiter zu entwickeln. Eingriffe ließen sich durch Ausgleichsmaßnahmen und technischen Umweltschutz kompensieren.

Eine Erweiterung der Kraillinger Innovationsmeile wollte auch Jörgens nicht ausschließen – etwa auf einer Fläche an der Pentenrieder Straße. Vor allem müsse aber das Parkplatzproblem gelöst werden. Firmen könnten ihr Baurecht gar nicht ausschöpfen, da sich, etwa im Falle einer Aufstockung, auf ihrem Grund nicht die erforderlichen Stellplätze nachweisen ließen. Jörgens plädierte deshalb für die Schaffung zusätzlicher Parkflächen, etwa durch Bau eines Parkhauses.

Im Hinblick auf den Verkehr waren sich die Kandidaten einig, dass der ÖPNV gestärkt und die Rad-Infrastruktur ausgebaut werden sollte. Haux favorisierte darüber hinaus als Zukunftsmodell ein Bürgerbus-System, Akontz das Carsharing. Jörgens sprach sich dafür aus, den ÖPNV in Krailling auf lange Sicht kostenlos anzubieten.

Beim Thema günstiger Wohnraum sahen sich alle Kandidaten vor das Problem gestellt, dass die Gemeinde über kaum eigene Grundstücke verfügt, um Projekte zu realisieren. Haux schlug vor, innerorts weiter zu verdichten. Etwa, indem der Edeka-Markt, aber auch Wohnhäuser aufgestockt werden. Eine Baurechtsmehrung hielt Jörgens für vertretbar, eine Verdichtung bezeichnete er jedoch als „problematisch“. Krailling dürfe seinen Gartenstadtcharakter nicht verlieren. Akontz kritisierte, dass man in der Vergangenheit eine Flächenbevorratung versäumt habe. Sie regte an zu eruieren, wo und warum Gebäude in der Gemeinde leer stehen, und mit den Eigentümern Gespräche zu führen. „Denn wir haben in Krailling noch viel Leerstand“, so Akontz.

Die Gewerbetreibenden erhoffen sich eine enge Zusammenarbeit mit dem neuen Bürgermeister, wie Gunter Kadegge deutlich machte. „Ich wünsche mir, dass wir mehr berücksichtigt werden und auf unsere Wünsche eingegangen wird, sagte der Geschäftsführer der KL Technik GmbH. Wichtig sei vor allem, dass man bei Konflikten gemeinsam unbürokratische Lösungen finde.

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