Eklat zum Wahlkampf-Auftakt

Kraillinger CSU setzt Besucher vor die Tür

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Die Kraillinger CSU hat ihren Kandidaten für die anstehende Bürgermeisterwahl bestimmt (wir berichteten). Bei der Versammlung kam es zu einem Zwischenfall, der zu Misstönen im Wahlkampf-Start führt.

Krailling Der Wahlkampf um Kraillings Bürgermeisteramt beginnt mit einem Platzverweis. Die örtlichen CSU-Mitglieder haben, wie berichtet, Henrik Jörgens zu ihrem Kandidaten für die bevorstehende Bürgermeisterwahl gewählt. Und zwei Kraillinger wurden daran gehindert, dieser Aufstellungsversammlung in der Kraillinger Brauerei beizuwohnen, obgleich diese öffentlich war: Tobias Jaeger und Thomas Metzner.

Jetzt empören sich die Grünen, zu deren Mitgliedern auch Metzner gehört. Sie fänden es befremdlich, wenn die Öffentlichkeit ausgeschlossen werde, heißt es auf deren Website. Die örtliche CSU bedauert den Zwischenfall und versteht den Wirbel nicht. Und Jaeger ist frustriert, dass aus einem unschönen Moment, „bei dem eine ortsfremde Person einen Fehler gemacht hat“, jetzt ein Thema im Wahlkampf wird.

„Wir wollten ein Glas Wein trinken und uns den Kandidaten anschauen.“ Daraus sei nichts geworden. Jaeger bezweifelt, dass diese Art des Wahlkampfes Krailling und seine Bürger weiter bringe, während Metzner sich fragt, ob ein Rauswurf, wie er ihn am Montag erlebt hat, einer demokratischen Partei würdig sei.

Die Gründe für den Rausschmiss der beiden sind auch eine Woche nach dem Ereignis noch unklar. Hier die bekannten Fakten: Derjenige, der die beiden des Platzes verwies, ist CSU-Bundeswahlkreisgeschäftsführer Erol Hanci. Nach eigenem bekunden sei er auf Bitten des Ortsverbandes als Angestellter der Landesleitung der CSU vor Ort gewesen. Und er bestätigt, die beiden Kraillinger zum Gehen aufgefordert zu haben. Mehr will er nicht sagen. „Ich habe nicht vor, mit Ihnen dieses Thema zu besprechen“, sagt er auf Anfrage des Münchner Merkur.

Der betroffene Thomas Metzner erklärt die für ihn unangenehme Situation wie folgt: Direkt nachdem er und Tobias Jaeger von der CSU-Ortsvorsitzenden Sylvia Dankesreiter am Eingang begrüßt worden seien, „ist der Typ auf uns zugeschossen“. Hanci habe sie gebeten, zu gehen. Dankesreiter habe das mitbekommen, aber nicht reagiert. Ohne Aufsehen zu erregen, seien die beiden gegangen.

Die Sprecherin der Kraillinger CSU, Pia Muhs, spricht von einem Missverständnis. Sie kann nicht erklären, wie es dazu kam. Sie habe sich direkt nach dem Vorfall bei Jaeger per WhatsApp entschuldigt. Über den Rauswurf sagt sie: „Das wird dem Ortsverband und dessen Gesinnung nicht gerecht.“ Auch Jaegers Schwiegervater Dieter Redl, Mitglied des Vorstands der Kraillinger CSU, war hinaus auf den Parkplatz geeilt, um die Wogen zu glätten. „Aber ich hatte dann auch keine Lust mehr“, sagt Jaeger. „Das war unschön, aber es kann passieren.“

Dass die Sache bei der Aufstellungsversammlung der Grünen am folgenden Tag zum Thema wurde und auch auf deren Internetseite angeprangert wird, findet er bedauerlich. „Ich halte es für falsch, dass das so hochgepuscht wird. In diese Grabenkämpfe wollen wir nicht. Genau da müssen wir weg.“

Rubriklistenbild: © dpa / Matthias Balk

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