+
Zum Wande rn mit dem Drohnentaxi: Die von Ascending Technologies mitentwickelten Fluggeräte sollen irgendwann auch in Deutschland Personen befördern.

Testflug in Dubai

Kraillinger Technik für einen Traum

  • schließen

Mit dem Lufttaxi mal schnell zum Flugplatz, oder in die Berge – umweltfreundlich und emissionsfrei. Das ist keine Fiktion. Die Technik dafür gibt es bereits. Sie kommt aus Krailling.

Krailling – Sie sind die Experten, was Drohnen betrifft, die Mitarbeiter der Firma Ascending Technologies aus Krailling. Jetzt meisterte ein autonom fliegendes Lufttaxi namens Volocopter 2X erfolgreich seinen Jungfernflug in Dubai. Und freilich lieferten die Kraillinger die Technik dafür. Der Volocopter 2X ist schließlich nichts anderes als eine Passagierdrohne.

Damit machen die Kraillinger vielen Menschen einen Traum wahr. Jetzt kann jeder fliegen. Zu zweit durch die Lüfte zu schweben, einfach so, ohne Fahrer, ohne Vorkenntnisse, ohne Führerschein: Das ist jetzt technisch möglich. Eine Software steuert den Volocopter und kommuniziert eigenständig mit anderen Fluggeräten um sich herum.

„Der Scheich hat das Ziel gesetzt, dass bis 2030 25 Prozent des öffentlichen Nahverkehrs autonom abgewickelt werden sollen. Mit Bussen, Autos und eben auch Lufttaxis. Wir sind Teil dieser Initiative“, erläutert Alex Zosel, Mitgründer und Chief Innovation Officer der Volocopter GmbH aus Bruchsal. „Es funktioniert wie Uber oder Mytaxi. Man ruft ein Verkehrsmittel zu sich und fliegt dann zum gewünschten Ort“, sagt er.

Gesellschafter seiner Firma ist der Chiphersteller „Intel“, zu dessen Konzern auch das Kraillinger Unternehmen gehört. Ascending Technologies und Volocopter arbeiten seit vielen Jahren zusammen. Zosel geht davon aus, dass in den kommenden fünf Jahren die ersten öffentlichen Strecken in Dubai mit Volocoptern abgedeckt werden. „Wie viele dort fliegen, werden können wir heute noch nicht sagen.“ Volocopter könnten in Megastädten wie Dubai, Bombay oder Sao Paolo genutzt werden.

„In München könnte eine Volocopter Linie vom Flughafen in die Innenstadt interessant sein.“ Die Lufttaxis können Stau einfach überfliegen. Sie würden den Verkehr auf der Erde und die Umwelt entlasten, nennt er die Vorteile seines Gefährts. Und er fährt fort: „Zum einen ist es viel günstiger, eine Volocopter-Infrastruktur zu stellen und zu unterhalten, als beispielsweise eine Brücke oder einen Tunnel. Außerdem ist die Volocopter-Infrastruktur sehr flexibel. Dieselbe Flotte könnte beispielsweise unter der Woche vom Flughafen Franz-Josef-Strauß in die Innenstadt und am Wochenende von der Münchner Innenstadt an den Alpenrand fliegen.“ Doch bis das möglich ist, wartet noch jede Menge Arbeit nicht nur auf die Entwickler.

Unterschiedliche Einsatzorte verlangen dem Volocopter unterschiedliche Bedingungen ab. Für die Testflüge in Dubai musste die Drohne erstmal wüstentauglich gemacht werden. „Das heißt, dass wir die Batterien, Motorregler, Rotoren und Elektronik gesondert schützen mussten vor den hohen Wüstentemperaturen, der Feuchtigkeit und dem Wüstensand“, erklärt er. Das wäre für Bayern nicht nötig gewesen.

Aber bis so ein Volocopter fliegen darf, müssen auch Hürden genommen werden, die die Entwickler nur bedingt beeinflussen können: „Die größte Herausforderung ist es, die Rahmenbedingungen für autonome Lufttaxis festzusetzen, damit der Volocopter auch in Dubai regelmäßig fliegen darf. Daran arbeiten die Autoritäten vor Ort mit Hochdruck.“

Was für die mit Strom betriebenen Lufttaxis übrigens kein Problem darstellt: Wenn der Akku der Drohne leer sei, werde er einfach gewechselt. In weniger als fünf Minuten schwebe das Taxi wieder durch die Lüfte, erklärt Zosel. Auch das ist also möglich.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Man soll sich plagen müssen“
Kurt Diemberger, Erstbesteiger von zwei Achttausendern, hat dem Würmtal einen Besuch abgestattet. Und die Besucher im Gräfelfinger Bürgerhaus in seinen Bann gezogen.
„Man soll sich plagen müssen“
Kein Weihnachten ohne Nordmanntanne
Knapp zwei Wochen vor Weihnachten herrscht bei den Würmtaler Christbaum-Verkäufern Hochsaison. An den Ständen gibt es der Nachfrage entsprechend nur noch oder fast nur …
Kein Weihnachten ohne Nordmanntanne
Lokalsport im Würmtal
Hier finden Sie einen Überblick über die Artikel zu den Sportereignissen im Würmtal. Der direkte Weg zum Lokalsport:
Lokalsport im Würmtal
„Es fehlt die Vernetzung mit der S-Bahn“
Die U-Bahnverlängerung nach Martinsried ist beschlossene Sache. Doch das reicht Christian Finkensieper nicht. „Es fehlt die Anbindung an die S-Bahnlinie 6 bei Planegg“, …
„Es fehlt die Vernetzung mit der S-Bahn“

Kommentare