Mit Intensiv-Ausbildung gegen Nachwuchsmangel

Feuerwehrmann werden in vier Tagen

In Krailling brannte es 2016 häufiger als im Jahr zuvor. Gleichzeitig hat die Feuerwehr weniger Nachwuchs als gewünscht. Bewerber sollen bald nach nur vier Tagen Ausbildung an Einsätzen teilnehmen.

Krailling – Im Jahr 2016 musste die Kraillinger Feuerwehr öfter zu Brandeinsätzen ausrücken als im Jahr zuvor. 33 Einsätze mit abwehrendem Brandschutz seien im Vergleich zu 2015 (sechs Brände mit 23 Fehlalarmierungen) eine relativ hohe Zunahme, erklärte Kommandant Richard Siebler auf der Jahreshauptversammlung am Freitagabend. Wobei bei den 33 Einsätzen auch 19 Fehlalarme zu berücksichtigen seien. Unter einem Fehlalarm verstehe man Alarmierungen, bei denen keine Löschmaßnahmen durchgeführt werden mussten.

Warum es im vergangenen Jahr mehr Brände gab und die auch noch gehäuft im Juli passierten, kann der Kommandant nicht erklären. Reiner Zufall, so Siebler. Zwei Einsätze aus dem Vorjahr hob er besonders hervor. Nicht zuletzt, da bei beiden ein Mensch später verstorben ist. Das waren einmal der Großbrand im Januar in einer Kraillinger Autowerkstatt im Gewerbegebiet KIM sowie der tragische Badeunfall am Bergerweiher im Juli (wir berichteten).

Insgesamt verzeichnet die Statistik der Kraillinger Feuerwehr 90 Einsätze im Jahr 2016. Die Kategorie „Hilfeleistungen“, darunter fallen technische Hilfe bei Verkehrsunfällen, Wohnungsöffnungen bei akuter Gefahr und Sturmschäden, ist dabei mit 51 Einsätzen die größte. In Stunden ausgedrückt, leisteten die 61 aktiven Feuerwehrfrauen und -männer 1478 Einsatzstunden. Ehrenamtlich. Ein Punkt, der Richard Siebler wichtig ist. Denn mit etlichen Stunden unterstützten und beteiligten sich die Kameraden jedes Jahr auch an diversen Veranstaltungen wie dem Kult-Art-Festival, dem Staffellauf, dem Faschingszug oder den Marktsonntagen. Außerdem: „Ehrenamt kostet Zeit“, weiß Siebler. So investierte die Feuerwehr 2700 Stunden für Ausbildung in Theorie und Praxis sowie für Übungen.

Ein immer wichtiges Thema ist die Jugendfeuerwehr. Momentan befinden sich 17 Jugendliche, 15 Buben und zwei Mädchen, in der Ausbildung. „Sieben Neuzugänge hatten wir im letzten Jahr“, verkündete Siebler, der gleichzeitig auch der Vorstand des Vereins der Freiwilligen Feuerwehr Kraillings ist. Trotz engagiertem Nachwuchs wünsche er sich allerdings noch ein paar mehr Mädchen zwischen zwölf und siebzehn Jahren. „Das wäre toll!“ Aber auch bei den Erwachsenen sei jeder willkommen.

Mit Intensivausbildung gegen Nachwuchsmangel

Wie schnell man zukünftig in Krailling Feuerwehrmann oder -frau werden kann, möchte die Wehr mit ihrer neuen Intensivausbildung für Quereinsteiger ab Februar erproben. Alle Kraillinger Bürger ab 18 Jahren können sich für vier Samstagskurse anmelden. Siebler: „Ziel ist es, danach sofort mit ausrücken zu können und zu helfen.“ Sämtliche Informationen zu dem Quereinsteiger-Kurs finde man auf der frisch gestalteten Internetseite fügte Siebler an.

Carolin Högel

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