Im Rausch Mountainbike geklaut

Kraillinger kommt Diebstahl teuer zu stehen

Wer versucht, ein Radschloss zu knacken, gilt nicht nur als simpler Dieb. Das durfte jetzt ein 21-jähriger Kraillinger feststellen.  

Krailling–  Der Mann musste sich wegen besonders schweren Diebstahls verantworten, weil er sich Anfang Mai am Kabelschloss eines Mountainbikes zu schaffen gemacht hatte.

Vor dem Starnberger Amtsgericht konnte sich der Leiharbeiter kaum an die Geschehnisse jener Mainacht erinnern: „Ich habe zusammen mit Kollegen gefeiert und war so zugetrunken. Ich vermute, dass ich das Rad haben wollte, um nach Hause zu kommen. Ich hatte kein Geld.“

Am U-Bahnhof Großhadern fiel der 21-Jährige nach Mitternacht einer Polizeistreife auf. Die Beamten beobachteten, wie der Angeklagte nach dem erfolglosen Versuch, das Kabelschloss am hinteren Mountainbike-Reifen zu öffnen, auf eine andere List verfiel. „Er hat das Hinterrad eines anderen Fahrrades abgehängt und dieses an das Mountainbike montiert“, so ein Polizist im Zeugenstand. Offenbar stellte sich der Angeklagte trotz ordentlichen Alkoholrauschs (1,6 Promille) dabei recht geschickt an. Als er das Mountainbike wegschieben wollte, wurde er von den Beamten gestellt. Im Rucksack des Kraillingers fanden die Beamten zahlreiche Stecklichter von anderen Rädern. Ob es sich hierbei auch um Diebesgut handelte, ließ sich im Prozess nicht aufklären.

Lange Finger machte der 21-Jährige allerdings gut zwei Monate nach dem Mountainbike-Vorfall erneut. In einem Münchner Supermarkt ließ er eine Flasche Bier sowie eine Packung Sahnekapseln im Gesamtwert von gut fünf Euro mitgehen. Beim Versuch, die Sachen unbemerkt in seinem Rucksack aus dem Laden zu schleusen, wurde er gefasst.

Seine Diebstähle kommen den vorbestraften Mann teuer zu stehen. Kraft Urteil von Ralf Jehle wurde er zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Die verhängte Geldauflage von 1000 Euro kann der 21-Jährige ratenweise abstottern. 

Nilda Höhlein

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