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Es kann losgehen: Konrad Amann, Geschäftsführer der Kreuzmayr Bayern GmbH, und Markus Neubauer, Geschäftsführer der Firma Krailling Oils Development, an der neuen Abfüllanlage.

Nach Millioneninvestition

Kraillinger Tanklager geht in Betrieb

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Der Testbetrieb läuft. Das Kraillinger Tanklager ist kurz davor, wieder in Betrieb zu gehen. Dafür waren Millioneninvestitionen notwendig.

Krailling Besser hätte es für die Firma Krailling Oils Development (KOD) nicht laufen können. Sie nimmt ihr Tanklager im Kreuzlinger Forst offenbar genau zum richtigen Zeitpunkt wieder in Betrieb. Heizölendverbraucher, Gewerbetreibende sowie auch Heizölhändler und Tankstellenbetreiber der Region sollen bald mit Öl aus Krailling versorgt werden. Und damit könnte die KOD eine Lücke füllen: Eine Raffinerie im bayerischen Vohburg an der Donau ist im September explodiert. Dazu führen Donau und Rhein aktuell wenig Wasser, also könne nur wenig Ware auf ihnen transportiert werden, erklärt Markus Neubauer, Geschäftsführer der Firma Krailling Oils Development, die das Tanklager betreibt. Es gibt also einen Versorgungsengpass im Süden Deutschlands. Bayerns Mineralölhändler müssten derzeit teilweise bis Bremen und Hamburg fahren, um Öl zu holen. „In so einer Situation ist es leicht, in den Markt zu kommen“, sagt Neubauer. Der Gleisanschluss des Kraillinger Tanklagers ist also viel wert, er macht die KOD und ihre Kunden unabhängig von Pegelständen.

Die Firma Kreuzmayr Bayern GmbH hat das erkannt. Sie ist nach Angaben ihres Geschäftsführers Konrad Amann, im Firmenverbund mit der Diersch & Schröder Gruppe das größte familiengeführte Mineralölunternehmen in Deutschland. Er sagt: „Ich glaube nicht, dass das der letzte warme Sommer war.“ Das Problem der Schifffahrt, wird also wiederkehren. Und so ist sein Unternehmen der erste Kunde der KOD und will von Krailling aus Münchens Westen und Süden mit Heizöl und Diesel versorgen. „Die geographische Lage hier bietet sich an“, sagt Amann.

Die Kreuzmayr Bayern GmbH will mithilfe des Kraillinger Tanklagers weiter im Markt wachsen. Seine Kunden seien regionale Tankstellen, Speditionen und Logistiker sowie Heizölhändler und Heizölendabnehmer. Spätestens Anfang kommenden Jahres soll in Krailling Heizöl und Diesel umgeschlagen werden, so Amann.

Laut Neubauer soll der Rest des Lagers, immerhin Dreiviertel der Kapazität, für eine langfristige Lagerung genutzt werden. Allerdings mache diese nur einen Bruchteil des Umsatzes aus. Das meiste Geld werde mit dem Umschlag verdient. Für Neubauer ist das Unternehmen ein Glücksgriff: „Wir haben uns nach einem strategischen Partner umgeschaut. In den Markt rein zukommen, ist sonst nur über Dumpingpreise möglich“, erklärt er.

Auch Amann ist zufrieden: „Hier herrscht eine hohe Expertise. Herr Neubauer hat jahrelange Tanklager-Erfahrung. Er ist der Garant für einen geordneten und sicheren Tanklagerbetrieb.“ Amann kennt das Tanklager bereits seit 1999, damals habe er noch für die Firma Veba-Öl gearbeitet. Neubauers Plan ist, das Kraillinger Tanklager zu einem Vorzeigeobjekt zu machen. Er ist seit Mai Geschäftsführer dort. Seit 1987 sei dort nichts mehr investiert worden. Jetzt habe die KOD 3,7 Millionen Euro für die Inbetriebnahme ausgegeben. Die Gleise wurden repariert, die Verladetechnik auf den neuesten Stand gebracht, Glasfaserkabel verlegt. Neben den Tanks und Pumpen von 1940 und einer Kommandozentrale im Manifold, dem Verteiler, aus den 1980er Jahren, die an die Brücke eines alten Raumschiffes erinnert, kommt nun neueste Technik zum Einsatz. Dass die Gemeinde Krailling, wie berichtet, befürchtet, das Tanklager könne schon bald nicht mehr als solches genützt werden, findet Neubauer unverständlich. Ende November sei die Bundeswehr wieder abgerückt, nachdem sie zwei Monate lang die CEPS-Pipeline der NATO vom Tanklager nach Aalen überprüft habe. Neubauer: „Momentan kann man sagen, die Pipeline ist in einem Topzustand.“

Derzeit testet die KOD ihre eigenen Anlagen, Kreuzmayr hilft dabei. Eigentlich sollte die Inbetriebnahme des Tanklagers bereits zum 16. August erfolgen, sagt Neubauer. Doch Lieferverzögerungen für einzelne Bauteile und der generelle Mangel an Handwerkern hätten dazu geführt, dass das Tanklager nun erst Anfang kommenden Jahres wieder voll in Betrieb gehen wird. Neubauer sieht die Verspätung gelassen. Sein Fokus liegt in der Zukunft. Er wolle eine nachhaltige Versorgung der Region mit Mineralölen sicherstellen: „Wichtig ist, dass wir in Betrieb gehen“, findet er.

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