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Pavel Svagr (Staatliche Materialreserven Tschechien) und Anwältin Katerina Radostová ziehen vor einem Plan des Tanklagers in Krailling positive Zwischenbilanz.

Tschechen ziehen Verhalten positive Zwischenbilanz

Öl aus Tanklager zur Hälfte abtransportiert

Gut die Hälfte des bisher in Krailling eingelagerten Öls ist abtransportiert. Gestern fand ein Treffen im Tanklager statt, bei dem Bilanz gezogen und die weiter spannende Zukunft thematisiert wurde.

Krailling – Rund 38 Millionen Liter Öl haben Krailling bereits verlassen und die Tschechische Republik erreicht. Die Vertreter des Nachbarlandes zeigten sich gestern bei einem Treffen im Tanklager zufrieden mit der Bilanz. Ursprünglich war geplant, dass die in Krailling eingelagerten Ölreserven der Tschechischen Republik diesen März nicht nur zur Hälfte, sondern komplett im Nachbarland angekommen sein sollten. Doch dieses Datum sei falsch errechnet worden, so Katerina Radostová, Geschäftsführerin von „Krailling Oils Development“ (KOD) gestern. „Wir sind froh, dass es überhaupt einwandfrei läuft“, sagte sie.

Pavel Svagr, der Vorsitzende der Verwaltung der staatlichen Materialreserven der Republik Tschechien (SSHR), stimmte ihr zu. Er hatte das gestrige Treffen initiiert, um Bilanz zu ziehen und einen Blick in die Zukunft zu wagen. Denn die bleibt spannend.

Zum einen sei immer noch unklar, ob in den Kraillinger Tanks weniger Öl ist, als die SSHR eingelagert haben will (wir berichteten). 6,3 Millionen Liter sollen laut SSHR fehlen. Zum anderen sei nicht gewiss, ob die Qualität des noch eingelagerten Öls in Ordnung ist. „Für die SSHR wird die zweite Hälfte schwieriger sein als die erste“, beschrieb Svagr die kommenden Auslagerungen. Vergangenen August sei die Qualität des Öls in allen Tanks überprüft worden. In zwei kleinen Tanks sei damals unter anderem die Klarsicht grenzwertig gewesen. Öl müsse regelmäßig ausgetauscht werden. „Es sieht danach aus, dass die Viktoriagruppe das vernachlässigt hat“, so Svagr über die insolvente Vorbesitzerin des Geländes. Demzufolge müssten Mitarbeiter von KOD und SSHR jetzt die Qualität des verbliebenen Öls testen. „Wir beladen nur das Öl, das alle Kriterien erfüllt, damit es im Cepro-Lager in Tschechien aufgenommen werden kann“, erklärte Svagr.

Die Auslagerung soll bis Ende Juli abgeschlossen sein, so aktuelle Berechnungen. Dann erst kann KOD frei über das Gelände verfügen. Wie die Pläne der Firma für das Tanklager aussehen, ließ Radostová gestern nicht erkennen. Doch Svagr machte deutlich, dass er die Auslagerung – auch KOD zuliebe – gerne beschleunigen würde. „Es wäre für uns hilfreich, wenn wir mehr Züge schicken könnten.“ Er würde gerne drei statt zwei Fahrten die Woche realisieren. „Aber hier stoßen wir an Probleme“, sagte er. Auch das war gestern Teil der Besprechungen zwischen Svagr, Radostová, dem Insolvenzverwalter der Viktoriagruppe AG, Mirko Möllen, sowie deren Anwälten.

Victoria Strachwitz

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