Kraillinger Tanklager

Heizen mit Eis

  • Victoria Strachwitz
    vonVictoria Strachwitz
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Heizen mit Eis könnte in Germering künftig angesagt sein. Die Wärme soll aus dem Kraillinger Tanklager kommen. Gespräche laufen bereits.

Krailling– Wenn Wasser zu Eis wird, entsteht Energie. Und die will Bernhard Breitsameter nutzen. Der Geschäftsführer der G1 Krailling Real Estate GmbH, also der Firma, der das Kraillinger Tanklager gehört, möchte die stillgelegten Tanks auf seinem Gelände für eine Eisspeicherheizung verwenden. „Damit könnten wir mehr als die ganze Stadt Germering heizen.“ Die Gemeinde Krailling zu versorgen mache keinen Sinn, da der Ort zu weit entfernt liege. Das zum Tanklager benachbarte Gewerbegebiet KIM könne angeschlossen werden, doch „theoretisch bräuchten die es nicht“, weiß Breitsameter. Die KIM hat ihr eigenes Biomasse-Heizkraftwerk.

Bernhard Breitsameter erzählt, er sei seit einem Jahr mit den Stadtwerken Germering im Gespräch. In der Woche vor Pfingsten habe es nun einen Termin mit dem Oberbürgermeister der Stadt Germering, Andreas Haas, gegeben. Letzterer sei von der Idee begeistert gewesen. „Es wäre traumhaft“, wenn Germering rein mit erneuerbaren Energien heizen könnte, findet Breitsameter.

Bürgermeister Haas sagt: „Das ist auf alle Fälle interessant.“ Bislang sei es nur eine Idee, aber „mit der werden wir uns ganz ernsthaft befassen“. Verwaltungsintern soll diese nun mit den Stadtwerken und Fachleuten des Tanklagers besprochen werden. Andreas Haas: „Ich will weder euphorisch noch pessimistisch klingen.“ Dass ganz Germering mit dem Eis aus dem Tanklager beheizt wird, scheint höchstens in ferner Zukunft realistisch. Die Stadt wolle das im Norden an das Tanklager angrenzende Gebiet entwickeln. Für dieses Kasernengelände habe die Stadt bereits 2014 ein Nutzungskonzept beschlossen. Dieses sieht vor, dort Künstler, Freizeitangebote, möglicherweise ein Bürgerhaus und ein Gründerzentrum unterzubringen. „Das ist nichts, was morgen umgesetzt wird“, sagt Haas. Trotzdem stelle sich die Frage: „Wie stellen wir regenerative Energie für unser Kasernengelände her?“ Und sollte der Eisspeicher dort die Lösung bieten, „muss man schauen, wie man das für ganz Germering nutzbar machen kann“, erklärt Haas.

Bernhard Breitsameter hofft, die Energie aus dem Eisspeicher im Kraillinger Tanklager in das Germeringer Fernwärmenetz einspeisen zu können. Doch Haas verweist darauf, das Netz sei noch nicht ausgebaut. Was die Kosten für den Eisspeicher betrifft, so erklärt Breitsameter, dass dieser in der Produktion um rund ein Drittel teurer sei als konventionelle Heizsysteme. Doch im Betrieb entstünden nahezu keine Kosten. Haas ist an der Idee interessiert. Ob in Germering künftig mit Eis aus dem Tanklager geheizt wird, muss sich zeigen.

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