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Das Gericht verurteilte die Kraillingerin zu einer Bewährungsstrafe.

Bewährungsstrafe für Kraillingerin

Mit 1,6 Promille Feuer gelegt

Nach einem Ehestreit griff eine Kraillingerin erst zur Flasche, dann zum Streichholz. Zweimal legte sie Feuer. Jetzt stand sie deshalb vor dem Kadi.

Krailling – Wegen zweifacher Sachbeschädigung musste sich eine 53-jährige Reinigungskraft vor dem Starnberger Amtsgericht verantworten. Ein 25-jähriger Konditor hatte die Kraillingerin im September 2017 beim Gassigehen mit seinem Hund in der Margaretenstraße gesehen. „Eine Frau zündete etwas an und warf das dann mit einer zehn Zentimeter hohen Flamme in einen Anhänger“, so der Augenzeuge vor Gericht. Anschließend beobachtete der Kraillinger, wie die Frau sich geduckt hinter einem Zaun versteckte. Obwohl der Hänger trockene Äste geladen hatte, konnte durch das beherzte Eingreifen des 25-Jährigen Schlimmeres verhindert werden. Er erstickte das sich entfachende Feuer. Der entstandene Sachschaden am Anhänger beläuft sich auf rund 150 Euro.

Für die Angeklagte war das Zündeln an jenem Septemberabend noch nicht beendet. Auf einer Kraillinger Baustelle soll die 53-Jährige im Anschluss noch eine über Zementsäcken ausgelegte Plastikfolie in Brand gesetzt haben. Auch hier verhinderten zufällig vorbeikommende Passanten Schlimmeres. Der Schaden blieb dadurch bei nur rund 50 Euro.

Im Gerichtssaal ließ die Angeklagte Reue erkennen: „Es tut mir leid. Ich weiß nicht, warum ich das getan habe. Ich hatte Alkohol getrunken.“ Bei der Kraillingerin war nach der Brandlegung 1,6 Promille Blutalkohol festgestellt worden. Nach eigener Aussage hatte die Kraillingerin ein brennendes Taschentuch einfach unbedacht weggeworfen und damit den Anhängerbrand ausgelöst.

Dass ihr Promillepegel durch den Genuss von lediglich fünf Weißbier zustande gekommen sei, wollte Richterin Christine Conrad der Reinigungskraft nicht abnehmen: „Das wird nicht reichen. Damit können Sie nicht 1,6 Promille aufbauen.“ Auch eine unabsichtliche Tat schied für das Gericht aus, hatte sich die Angeklagte doch unmittelbar danach versteckt und zugeschaut, wie es brannte. Von einer Alkoholproblematik wollte die 53-Jährige allerdings nichts wissen: „Ich trinke keinen Alkohol mehr und habe auch mit dem Rauchen aufgehört.“

Vor dem Hintergrund von bereits vier Vorverurteilungen kam aus Sicht des Gerichts keine Geldstrafe mehr in Frage. Richterin Conrad setzte die verhängte viermonatige Freiheitsstrafe zur Bewährung aus und ordnete eine Geldauflage von 800 Euro an. Das Geld fließt der gemeinnützigen Einrichtung Pfotenhelfer zu. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre.

Nilda Höhlein

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