+
Im Kraillinger Tanklager, dem ehemaligen IVG-Gelände, sind neben Damwild, Rehen und Wildschweinen auch Mufflons beheimatet. Die Rohre stören sie offensichtlich nicht.

Kreilling bei Starnberg

Naturparadies Tanklager: Besuchserlaubnis soll Eindringlinge stoppen

  • Victoria Strachwitz
    VonVictoria Strachwitz
    schließen

Das Kraillinger Tanklager hat noch eine zweite Seite, die nichts mit Öl zu tun hat. Auf dem eingezäunten Gelände befindet sich ein idyllischer Wildpark, der seinesgleichen sucht.

Krailling – Für Tiere muss sich der Kreuzlinger Forst anfühlen wie das Paradies auf Erden. Auf dem Gelände des Kraillinger Tanklagers weiden auf den Lichtungen Mufflons mit prachtvollen Hörnern, zwischen den Bäumen stehen Damhirsche mit imposanten Schaufelgeweihen – und keiner scheucht sie auf, kein Jogger, kein Radler, kein Hund. Futter gibt es reichlich und Jäger nur einen.

Nicht alle im Würmtal tun sich mit der Tatsache leicht, dass das Gelände eingezäunt und abgeschottet ist. Doch Flora und Fauna profitieren davon, dass ihnen dort kein Mensch zu nahe treten kann. Das Damwild, Rehe, Mufflons und Wildschweine haben es dort so idyllisch – ein Besuch im Tanklager ist wie ein Ausflug in einen Wildpark.

Kraillinger Wildpark: Naturparadies neben bombenfesten Tanks

„Das Tanklager ist ein Industriebetrieb in der Natur“, schwärmt Markus Neubauer, der Geschäftsführer der Firma Krailling Oils Development (KOD), die das Tanklager inzwischen betreibt. Da gibt es keine rauchenden Schornsteine. Von den berühmten Tanks ist auf den ersten Blick kaum etwas zu erkennen. Sie liegen gut versteckt im Boden. U-Boot-Bauer haben nach bester Ingenieurskunst die bombenfesten Tanks unter die Erde gesetzt, die auch nach 80 Jahren noch keine Mängel aufweisen. In diesen Tagen sollen sie wieder in Betrieb genommen werden. „Ich habe Respekt vor den Ingenieuren, die damals gearbeitet haben. Es wurde zur damaligen Zeit schon besser gearbeitet als heute“, sagt Neubauer. Die Tanks liegen so viele Meter tief im Boden, dass auch die Wurzeln der Eichen sie nicht beschädigen können.

Führungen ab Frühjahr 2019: Besuchserlaubnis soll Eindringlinge stoppen

Neubauers Aufgabe ist es, nicht nur das Tanklager zu modernisieren, um heutigen Anforderungen zu entsprechen, sondern auch den Wald. Wie sein Kollege Bernhard Breitsameter, der für Forst- und Landwirtschaft auf dem Gelände zuständig ist, sagt, hatte die Vorbesitzerin des Geländes, die insolvente Viktoriagruppe AG, 11 000 Festmeter Holz geschlagen. Nur 3000 davon waren in den Büchern zu finden, bemerkt Breitsameter nebenbei. Dies gelte es jetzt wieder aufzuforsten. Er konzentriert sich dabei auf Eichen und Hainbuchen. Dazu werde Wildobst wie Kirsche und Apfel gepflanzt. „Als Futter für das Wild“, erklärt Breitsameter. Außerdem schaffe er Schmetterlingsschneisen. Nach dem Kahlschlag der Viktoriagruppe AG soll das Paradies nun noch paradiesischer werden. „Die haben das sieben Jahre verkommen lassen“, sagt er.

Da offenbar viele diese Idylle erleben wollen, plant die Firma KOD in diesem Jahr, Führungen über das Gelände anzubieten, um die Neugierde zu stillen. Ein schöner Nebeneffekt: Sie muss dann weniger Energie in das Reparieren ihrer Zäune stecken, über die Neugierige immer wieder in das Gelände eindringen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare