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Der Kunsthandwerkermarkt gehört fest zum Programm des Kult-Art-Festivals. Unser Foto zeigt (v.l.) Franziska Grimberg und Dorothea Krause am Stand von Gitte Rollenhagen. Sollte das Festival nur alle zwei Jahre stattfinden, könnten Händler abwandern. 

Bauhof

Fürs Kult-Art 1114 Stunden unterwegs

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Das Kult-Art-Festival ist und bleibt bei Kraillings Gemeinderäten umstritten. Vor allem nach den aktuellen Zahlen, die der Bauhof jetzt für seine Arbeitsleistungen vorlegte.

Krailling–Seit Jahren stehen die Kosten für die populäre Kulturveranstaltung der Gemeinde in der Kritik – vor allem auch die verdeckten durch den Einsatz von Gemeindemitarbeitern. Die lassen sich jetzt besser abschätzen: Im Finanz-, Sozial- und Kulturausschuss legte Bauhofleiter Thomas Blessing einen detailliert aufgeschlüsselten Arbeitsbericht für das Jahr 2016 vor. Demnach waren Bauhof-Mitarbeiter im Vorjahr 1114 Stunden für das Kult-Art tätig, Fahrzeuge waren 146,5 Stunden im Einsatz.

Dies sei eine enorme Stundenzahl für nur ein Wochenende, meinte Erika Harder (SPD). Umgerechnet seien somit sechs Vollzeitkräfte rund einen Monat lang beschäftigt gewesen, hinzu komme noch der Arbeitsaufwand der Verwaltung. Dietlind Freyer Zacherl (FBK) bezifferte die Kosten für Personal und Fahrzeuge des Bauhofs auf rund 186 000 Euro. „Wir müssen diskutieren, ob uns das Kult-Art das wert ist“, sagte Harder. Sie schlug vor, das Festival eventuell nur alle zwei Jahre stattfinden zu lassen und mehr auf Künstler aus der Region mit günstigeren Gagen zu setzen.

Bürgermeisterin Christine Borst ist die mit steter Regelmäßigkeit aufkommende Kontroverse über das Kult-Art seit langem leid. „Mein Herz hängt nicht mehr daran, das haben Sie mir mit den Jahren verdorben“, erklärte sie zum wiederholten Mal. Borst hatte die Veranstaltung vor 16 Jahren ins Leben gerufen und damals noch über ihr Kulturbüro organisiert.

Die Bürgermeisterin betonte, dass man die Zelte mit regionalen Künstlern nicht voll bekomme. Aus ihrer langen Erfahrung als Kulturmanagerin wisse sie auch, dass es großen Veranstaltungen schade, sie für ein Jahr auszusetzen. Und finanziell lasse sich das Kult-Art eben nur durch den Einsatz des Bauhofes stemmen. Laut Blessing wäre die Verpflichtung regionaler Künstler für seine Mitarbeiter nicht mit weniger Arbeit verbunden. Neben dem Zeltaufbau müssten sie ebenso die Fahrzeughalle ausräumen.

Eleonore Zwißler (CSU) schlug vor, den Zuschuss für das Festival – bis dato 20 000 Euro – deutlich zu erhöhen. „Damit die Leute ein Gefühl dafür bekommen, dass das Kult-Art auch was kostet.“ Ihr Fraktionskollege Mathias Walterspiel betonte, dass ein Großteil der Subvention Kraillinger Bürgern zugute komme. Rund 80 Prozent der Eintrittskarten werden über das Rathaus verkauft, 20 Prozent über München Ticket. Außerdem sei das Festival eine „großartige Werbung“ für Krailling, so Walterspiel.

Der Ausschuss kam überein, das Thema im Vorfeld des Kult-Art 2020 erneut anzusprechen. Bis 2019 ist die jährliche Durchführung des Festivals schon abgesegnet.

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