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Bis ein Urteil gefällt wird, genießen die Hühner von Bauer Rudolf Heidrich weiter ihr Leben im und rund um den mobilen Stall.

Landwirt versus Landratsamt

Heidrich wartet auf Prozesstermin

Rudolf Heidrich kann seinen Ärger kaum verbergen. Seit September vergangenen Jahres kämpft der Landwirt aus Frohnloh für den Erhalt seines mobilen Hühnerstalls, hat sogar Klage eingereicht. Doch die Verhandlung lässt auf sich warten.

Frohnloh – Stein des Anstoßes: ein knapp 17 Meter langer Stall auf Rädern, der rund 1000 Hühnern eine artgerechte Haltung ermöglicht. Alle paar Wochen versetzt Heidrich den Stall, der sich auf einer Wiese nahe seines Hofes befindet. Dadurch kann sich die beanspruchte Grasnarbe regenerieren, während die Hühner immer wieder frischen Boden vorfinden. „Viele Leute sagen mir, dass sie den Stall als Bereicherung empfinden“, so Heidrich.

Doch was für Verbraucher und Tierschützer lobenswert erscheint, ist für das Landratsamt Starnberg eine Beeinträchtigung des Landschaftsbildes. Wie aus einem Schreiben hervorgeht, beanspruche der Stall samt seiner Einzäunung bislang unversiegelten landwirtschaftlich genutzten Grund und Boden in nicht unerheblichem Ausmaß.

Um einen Ausgleich zu erzielen, fordert das Landratsamt von Heidrich eine Ersatzgeldzahlung in Höhe von 3400 Euro, die dem Bayerischen Naturschutzfonds zugutekommen soll. Der Landwirt nahm sich daraufhin einen Anwalt und reichte Klage ein. Auch die Kosten für den Prozess am Verwaltungsgericht hat der Frohnloher Landwirt bereits beglichen. Doch wann die Verhandlung stattfindet, steht noch immer in den Sternen.

„Ich vermute mal, dass unsere Chance, den Prozess zu gewinnen, bei 50 Prozent liegt“, so Heidrich. Doch in erster Linie gehe es ihm ohnehin darum, ein Zeichen zu setzen und auf die Missstände aufmerksam zu machen. „Das ist nicht nur Blödsinn, sondern auch die reinste Abzocke.“

Bis ein Urteil gefällt wird, genießen die Hühner weiterhin ihr Leben im mobilen Stall. Die Eier verkauft Heidrich in seinem Hofladen sowie in einem speziellen Automaten, den er in der Nähe seines Hofs aufgestellt hat. Dieser werde von den Kunden sehr gut angenommen. Eben weil es sich um Eier glücklicher und artgerecht gehaltener Hühner handle. Und das soll auch so bleiben. Heidrich: „Wir ziehen das mit der Klage durch, egal wie es ausgeht.“

Karin Priehler

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